GEMEINSAM STARK

– – –

Der Kampf gegen den Klimawandel fordert gezieltes Vorgehen

ALTES WISSEN,

NEUE TECHNOLOGIEN

– – –

Nachhaltige Landwirtschaft und Wasserversorgung sichern das Überleben.

Das Leben der Kleinbauernfamilien in den Bergen Perus ist geprägt von Entbehrungen und harter Arbeit. Die Auswirkungen des Klimawandels machen sich in Form von Trockenheit und ausbleibendem Regen immer stärker bemerkbar. Um diesen Menschen die Chance zu bieten, auch in Zukunft in ihrer Heimat bleiben zu können, haben wir bereits im Laufe der vergangenen Jahre für Bewässerung, Umstellung auf ressourcenschonenden Biolandbau und Gewächshäuser gesammelt. Gemeinsam mit Romero-Preisträger Francisco San Martín und der Sei So Frei-Partnerorganisation Minka ist uns bereits vieles gelungen. Dennoch ist der Weg noch weit.

DIE FOLGEN DES KLIMAWANDELS

Vor allem die älteren Bewohnerinnen des Bergdorfs Carnachique auf 2.800m Höhe erinnern sich gut. Heute fällt auffällig weniger Regen als früher. Marcos Gomez, der Vorsitzende der lokalen Bauernvereinigung dazu: „Das wird seit mehr als zwei Jahrzehnten immer schlimmer. Jetzt gibt es überhaupt nur noch eineinhalb Monate im Jahr Niederschläge.“ Das erschwert den Anbau, die Böden trocknen aus und die Jungen ziehen weg. Wenn die Felder nicht mehr bestellt werden, beschleunigt das zudem die Bodenerosion. Gemeinsam mit Francisco San Martin, Romero-Preisträger von 2018, und seiner Organisation MINKA kämpft Sei So Frei seit vielen Jahren darum, die Situation der Kleinbauernfamilien zu verbessern.

DIE VERBUNDENHEIT MIT DEM LAND

Während die wasserintensiven industriellen Monokulturen an der Küste Perus Förderungen vom Staat erhalten, werden die vielen Kleinbauern nicht unterstützt. Und das obwohl Peru genau von diesen Menschen ernährt wird, während die Industrie für den Export produziert. Daher fühlen sich die Bauern ausgeschlossen und vergessen. Dieser Tatsache wirkt die Entwicklungshilfeorganisation MINKA entgegen. Minka bedeutet in Quechua, der Sprache der Inka- Nachfahren „Zusammenarbeit“. Damit ist auch die alte indigene Tradition des gemeinsamen Arbeitens im Dorf oder der Region gemeint. „Wir sind an diesem Ort verwurzelt“, erklärt Gomez die Verbundenheit mit dem Land. „Die Erde gibt uns zu Essen und ein Dach über dem Kopf.“ Damit die Bergbauernfamilien auf und von ihrem Land leben können, hat Sei So Frei mit Francisco San Martín bereits vor Jahren begonnen, an verschiedenen Maßnahmenpaketen zu arbeiten. Vor allem die Wasserversorgung steht im Fokus der Aufmerksamkeit.

Wir haben gelernt, was mit altem Wissen und neuen Technologien möglich ist und welche Vielfalt wir an Getreide, Gemüse und Feldfrüchten anbauen können. Diesen Weg gehen wir weiter.

Ronald Alvarez, Kleinbauer

WICHTIGE WASSERSPEICHER

Wasserspeicher sind die einzige Möglichkeit, dass die Bergbauern durch die langen Trockenzeiten kommen. Mit Rohren wird das Wasser auf die Felder geleitet. Dort setzt man auf einfache Tropf- und Sprinklersysteme, die den Wasserverbrauch gering halten. Von höher gelegenen Quellen kommt das Wasser in die Speicher der verschiedenen Dörfer und Bauernvereinigungen. Alle zwei bis drei Wochen ist das Dorf Carnachique an der Reihe. Doch selbst dann gibt es nur für drei bis acht Stunden Wasser. Und das muss dann reichen um die Speicher aufzufüllen.

DIE MASSNAHMENPAKETE

Neben der Wasserversorgung geht es auch um eine an den Klimawandel angepasste Landwirtschaft – wie zum Beispiel die Umstellung auf ressourcenschonenden Biolandbau, das Anlegen von Gewächshäusern, die Entwicklung eines Katastrophenschutzs und die Verteilung von Bio-Saatgut und landwirtschaftlichem Werkzeug. Gemeinsam mit dem Land Salzburg wurde zudem der Aufbau von Biomärkten unterstützt. Der Biolandbau steht bei Minka im Mittelpunkt. Die Bauern kommen ohne Chemie aus und verwenden altes an die Andenregion angepasstes Saatgut. „Minka änderte unsere Art zu leben“, erzählt Ronald Alvarez von der Bauernvereinigung im Bergdorf. „Mit den Wasserspeichern ziehen wir im Gewächshaus unsere eigenen Pflanzen. Wir haben gelernt, was mit altem Wissen und neuen Technologien möglich ist und welche Vielfalt wir an Getreide, Gemüse und Feldfrüchten anbauen können. Diesen Weg gehen wir weiter.“

DER WEG

Der Weg war in der letzten Zeit coronabedingt nicht einfach. Peru zählt zu den am stärksten betroffenen Ländern Südamerikas. Trotzdem konnten Sei So Frei und Minka – mit Unterstützung des deutschen BMZ und dem ebenfalls deutschen Partner RDS – viel erreichen: 8 Wasserspeicher und 6 Bewässerungsanlagen wurden gebaut und kommen 150 Familien zugute. 6 selbstverwaltete Bauerngruppen wurden gegründet. Über 6 km alte Bewässerungskanäle wurden saniert und dadurch der Wasserverlust minimiert. 150 Bergbauern wurden in Biolandbau, organischem Dünger und Bewässerungstechniken geschult. Und weitere 100 Bauernfamilien sollen in Kürze ebenfalls am Projekt teilnehmen.

WASSER

FÜR PERU

– – –

Zielgerichtete Unterstützung für Kleinbauernfamilien

Für die Bewohnerinnen des peruanischen Hochlandes ist der Klimawandel deutlich spürbar. Für die Menschen ist die Wasserversorgung die einzige Chance, auf ihrem angestammten Land leben zu können. Der biologische Landbau sichert das Einkommen und schützt die Umwelt. Unterstützen wir die Bauerninitiativen und Familien dabei, sich ein selbstbestimmtes und faires Leben aufzubauen. Helfen wir dabei, Bewässerungsanlagen zu bauen und die biologische Landwirtschaft weiter auszubauen!

Ich spende!

25 Euro versorgen eine Familie mit Bio-Saatgut.

45 Euro ermöglichen die Anschaffung eines Werkzeug-Sets bestehend aus 1 Scheibtruhe, 1 Pflanzenschere und 1 Machete.

500 Euro kostet der Bau eines Wasserspeichers für 1 Bergbauern-Familie.

Jeder Beitrag hilft!