GESUNDHEITS-VERSORGUNG

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am Ende der Welt

DIE EINZIGE

CHANCE

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Romero-Preisträgerin Maria Schiestl widmete ihr Leben den Maasai. Die Zillertaler Ärztin hat bis zu ihrem zu frühen Tod das Krankenhaus in Entasekera im Grenzgebiet zu Tansania geleitet. Ihre Aufbauarbeit wird nun von dem von ihr geschulten einheimischen Personal fortgesetzt. Mit tatkräftiger Unterstützung von Sei So Frei.

Es sind hauptsächlich Frauen und Kinder, die im „Loita Community Health & Education Centre Entasekera“ versorgt werden. Dieses Spital ist die einzige Einrichtung in einem Gebiet von über 1.700 km2 – was in etwa der Fläche des Pongaus in Salzburg entspricht – und für rund 30.000 Menschen zuständig. In der traditionellen Maasai-Kultur bestimmt die Zahl der Rinder, Schafe und Ziegen den Status eines Maasai-Mannes. Den Status der Frauen illustriert die Sprache der Maasai: Für „Frau“ und „Kind“ gibt es nur einen gemeinsamen Begriff. Entasekera liegt von Kenias Hauptstadt Nairobi gerade einmal 270 Kilometer entfernt. Trotzdem dauert die Fahrt sieben bis acht Stunden, denn knapp die Hälfte des Weges sind auf Schotter- und Sandpisten zurückzulegen, die von den Wassermassen der Regenzeiten zumeist schwer gezeichnet sind. Das Gesundheitszentrum geht auf eine Initiative der katholischen Diözese Ngong in den frühen 1990er Jahren zurück. Seit 20 Jahren ist Sei So Frei hier engagiert. Stufenweise erfolgte der Ausbau und der Betrieb des Spitals in Zusammenarbeit mit Bruder und Schwester in Not, dem Land Tirol und den „Sterntalern“, einer engagierten Unterstützungsgruppe aus dem Zillertal.

„Wer Menschen Hoffnung gibt, trägt ihnen gegenüber auch Verantwortung.“

Maria Schiestl, ehemalige Leiterin des Entasekera-Spitals.

DAS GESUNDHEITSZENTRUM

Im Hauptgebäude der Gesundheitsstation gibt es Aufnahme-, Ambulanz- und Impfräume, einen Entbindungsraum, das Labor, die Apotheke und ein Zahnambulatorium. Dazu kommen die Krankenzimmer bzw. die Räume für die Schwangeren und für die Mütter mit ihren Neugeborenen. In einem zweiten Trakt stehen 20 Betten für z.B. Tbc-Kranke zur Verfügung. Dazu kommt ein von Maria Schiestl initiiertes Bildungszentrum, dessen Räumlichkeiten auch als Isolierstation (z.B. bei Covid-Erkrankungen) genützt werden. Behandelt wird ein breites Spektrum an Erkrankungen, darunter Durchfallerkrankungen, Atemwegserkrankungen wie Bronchitis oder Lungenentzündungen, Brucellose, Tbc, Mangel- und Fehlernährung. Das Spital ist auch wichtige Anlaufstelle für alle Unfälle, Schlangenbisse und von Wildtieren verursachte Verletzungen. Eine zentrale Rolle spielen die Geburtenstation und die Mobile Clinics: Hier fährt das Krankenhaus-Team in die Dörfer und betreut die Menschen direkt vor Ort. Dabei wird auch geimpft und für Kurse zu Gesundheits- und vor allem Frauen-Themen eingeladen. Die Stärkung der Frauen war Maria Schiestl immer ein Herzensanliegen. In ihren letzten Lebensjahren hat sie auch intensiv daran gearbeitet, das Personal zu schulen und das Krankenhaus gut für die Zukunft aufzustellen. Mit Unterstützung aus Österreich wurde einem Maasai das Medizinstudium ermöglicht: Isaiah Mootian ist dann auch in ihre Fußstapfen getreten und wurde ihr erster Nachfolger als medizinischer Leiter.

FÜR FRAUEN

Das Spital in Entasekera betreut auch die wenigen am Land verstreuten „Gesundheitsstationen“. Zumeist ist dort eine Krankenschwester, die berät und die Menschen mit den wichtigsten Medikamenten versorgt. Weil es in Kenia keine verpflichtende Krankenversicherung gibt, bietet sich manchmal ein ungewohntes Bild: Ambulante und stationäre Patienten halten einen Geldschein in die Höhe, um ihren Kostenbeitrag für die Behandlung zu begleichen. Gesundheits- und Sozialpolitik gehen hier besonders eng Hand in Hand. Maria Schiestl machte auch folgende wichtige Erfahrung: Veränderungen in der patriarchalen Maasai-Kultur sind am ehesten über die Frauen zu erzielen. Sie entwickelte daher ein Konzept für einwöchige Kurse. 30, manchmal bis zu 60 Frauen treffen sich dann in dem einfachen Schulungsraum und erfahren Wichtiges über Familienplanung, Hygiene, Frauenrechte, Krankheiten und Prävention, Haushaltsführung, Ernährung uvm. Sorgsam werden sie angeleitet, sich gegen Genitalverstümmelung zu stellen, und nicht selten können die Frauen hier erstmals in ihrem Leben ganz persönliche Gesundheitsthemen besprechen – was oft zu tiefen Emotionen und Tränen führt. Die Frauen lernen in den Kursen auch, wie sie auf häusliche Gewalt durch ihre oft um Jahrzehnte älteren Männer reagieren können. Diese Kurse haben bereits zu eindrucksvollen Veränderungen beigetragen: Männliche Gewalt und weibliche Genitalverstümmelung sind rückläufig und der Schulbesuch von Mädchen ist stark gestiegen.

CORONA

Die Covid-19-Pandemie bedroht auch die Maasai. Die meisten leben in traditionellen Gemeinschaften, in denen sich Corona rasch verbreiten kann. Mit Unterstützung von Sei So Frei und dem Land Salzburg wird daran gearbeitet, sich bestmöglich vorzubereiten um das Schlimmste zu verhindern. Information und Aufklärung ist dabei besonders wichtig. Da es in der Gegend kaum Zugang zu Medien gibt, fährt das Team des Spitals von Dorf zu Dorf und verkündet die wichtigsten Maßnahmen per Lautsprecher. In der Klinik selbst wurde mit den vorhandenen Mitteln eine Isolierstation eingerichtet oder das Wartezimmer nach draußen verlegt. Das Krankenhauspersonal, aber auch die Patientinnen müssen mit Schutzausrüstung und Desinfektionsmittel versorgt werden – keine leichte Aufgabe, angesichts knapper Budgets und schwieriger Transportwege. Dass die Bevölkerung durch die Corona-Beschränkungen immer weniger Geld hat, trägt zusätzlich zu Spannungen in der Region bei. Geld und Erspartes wird nun wieder verstärkt für die Ernährung aufgewendet und steht nicht mehr für die Gesundheitsvorsorge zur Verfügung. Zahlende Patienten bleiben aus und so ist das Spital gerade jetzt auf unsere Unterstützung angewiesen.

MEDIZINISCHE

NOTHILFE

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Leben retten

Armut, mangelnde Bildung, die Herausforderungen ihres abgelegenen Lebensraumes und die schwierige medizinische Versorgung prägen das Leben der Maasai in den Loita Hills. Das Team des Buschspitals in Entasekera setzt sich mit großem Engagement für Kranke, Schwangere und Verletzte ein. Bitte unterstützen Sie uns dabei! Helfen Sie mit Ihrer Spende, Leben zu retten!

“Jeder Beitrag hilft!”

>> Mit 20 Euro kann eine sichere Geburt inklusive Laboruntersuchungen durchgeführt werden.

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>> 50 Euro finanzieren die Medikamente des Gesundheitszentrums für einen Tag.

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>> 180 Euro kostet ein dringend benötigtes Desinfektions-Sprühgerät.

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>> 300 Euro sichern das Gehalt einer Krankenschwester für einen Monat.

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