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Amazonien ist Lebensraum, Schutzschild fürs Klima und Heimat hunderter indigener Völker.
Ihre Landrechte sichern nicht nur ihr Überleben, ihre Kultur und ihre Zukunft, sondern schützen auch eines der wichtigsten Ökosysteme der Erde. Doch Abholzung, Landraub und wirtschaftliche Interessen bedrohen Wald und Menschen gleichermaßen. Wo indigene Gemeinschaften verdrängt werden, verliert auch das globale Klima. Der Schutz des Amazonas beginnt deshalb mit dem Schutz jener, die ihn seit Generationen bewahren.
305 Völker leben auf über 5,2 Millionen km² Regenwald – jeder Stamm mit eigener Sprache, Kultur und tief verwurzelter Verbindung zu Land, Flüssen und Tieren. Doch ihre Rechte werden immer wieder verletzt: Abholzung, Bergbau, Viehzucht und Gewalt bedrohen Lebensraum und Leben. Allein 2024 dokumentierte der Indigenenrat Cimi 424 Angriffe auf indigene Menschen, viele davon tödlich. Holzfäller, Bergbaukonzerne und Großgrundbesitzer ringen um Ressourcen; riesige Flächen werden für Viehzucht, Soja, Holz und Bergbau gerodet und kriminelle Gruppen wie das „Comando Vermelho“ kontrollieren Teile des illegalen Gold- und Drogenhandels und erschließen neue Routen tief durch den Amazonas.
Sthefany Tupinambá gehört zum Volk der Tupinambá. Für sie ist das Land weit mehr als ein Ort zum Leben – es ist Identität, Geschichte und Zukunft. „Die Luft, die wir atmen. Unser Leben, unser tägliches Brot“, sagt die 25‑Jährige und beschreibt damit die tiefe Verbundenheit ihres Volkes mit der Natur. Sthefany macht über Social Media auf die Bedrohungen aufmerksam, denen ihre Familie und viele indigene Gemeinschaften ausgesetzt sind. Mehrmals war ihr Leben in Gefahr, weil sie sich gegen Landraub und Gewalt stellt. „Wir versuchen autonom zu sein. Ich denke, das verursacht so viel Hass“, sagt sie.
Indigene Gemeinschaften können nur dann ihr Land schützen, wenn ihre Territorien offiziell anerkannt sind. In Brasilien gibt es zwar 1.393 ausgewiesene Gebiete, doch über die Hälfte wartet noch immer auf Demarkierung. Zwar erkennt die Verfassung von 1988 die Landrechte der indigenen Völker an, doch neue Gesetze und wirtschaftliche Interessen erschweren, dass sie die Kontrolle über ihr Gebiet behalten. Besonders problematisch ist ein 2023 beschlossenes Gesetz, das verlangt, dass Territorien nur dann anerkannt werden, wenn indigene Gemeinschaften nachweislich im Verfassungsjahr dort lebten – ein Nachweis, der in Kulturen ohne schriftliche Grundbücher kaum möglich ist und ignoriert, dass viele Völker zuvor gewaltsam vertrieben wurden. Ohne Anerkennung drohen Abholzung, Bergbau und Landraub. Vollständig gesicherte Gebiete geben den Menschen ihre Rechte zurück: Sie können ihre Dörfer, Felder und Wälder selbst schützen – für ihre Kultur, ihre Gemeinschaft und das Klima.
In den nächsten vier Jahren bekommen 25.000 Menschen direkte juristische Unterstützung – zum Beispiel bei Landkonflikten oder illegalen Landnahmen. 750 von ihnen, darunter viele Jugendliche, lernen, ihr Wissen weiterzugeben und ihre Gemeinschaften zu stärken. 77 bisher ungeschützte Gebiete sollen offiziell anerkannt, Grenzen eingetragen und vor wirtschaftlichen Interessen gesichert werden. 47 indigene Organisationen werden gefördert, damit sie ihre Rechte selbstbewusst vertreten können – lokal, national und international. Dazu kommen Workshops zu Recht, Politik und digitaler Kommunikation. Junge Menschen lernen, wie sie ihre Geschichten und Anliegen über Social Media, Podcasts oder Videos teilen können, damit ihre Stimmen weit über den Regenwald hinaus gehört werden. Jede Maßnahme greift ineinander: Wer hier unterstützt, schützt Land, Wissen und Zukunft – nicht nur für die indigenen Völker, sondern für das Klima und unseren gesamten Planeten.
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Unser Land ist die Luft, die wir atmen. Unser
Leben, unser tägliches Brot. Die Quelle
unserer Energie, unsere Kraft, unser
Ursprung.
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Sthefany Tupinambá
Amazonien ist nicht nur der größte Regenwald der Welt – er ist ein lebendiger Wasserkreislauf: Jährlich produziert er 50–60 % seines eigenen Niederschlags durch Verdunstung aus den Blättern. Rund 10 % aller bekannten Tier- und Pflanzenarten leben hier. Doch der Wald und seine Menschen sind bedroht: 52 % der indigenen Gebiete warten noch auf die rechtliche Demarkierung. 2024 wurden 424 Fälle von Gewalt gegen indigene Menschen dokumentiert, darunter 211 Morde, und 1.241 Angriffe auf Gebiete, wie Landraub, illegale Ressourcennutzung, Sachbeschädigung und Invasionen. Trotz seiner globalen Bedeutung gingen in den letzten 50 Jahren etwa 17 % des Regenwaldes verloren – ein Viertel davon allein seit 2000.
Die farbenfrohen Textilbilder „Arpilleras“ geben den Menschen im Amazonasgebiet eine Stimme. Entstanden mitten in Bedrohungen durch Landenteignung und Staudämme, dokumentieren sie Erfahrungen, die in offiziellen Berichten oft fehlen. Unsere Partnerorganisation MAB kämpft für die Rechte der Betroffenen entlang der Flüsse und in Bergbauregionen – Menschen, die ihr Zuhause, Land und Arbeit verloren haben. Gemeinsam mit Sei So Frei unterstützt MAB die Gemeinden mit rechtlicher Hilfe, Entschädigung und Perspektiven für die Zukunft. In der Ausstellung Alerta Amazônia – When Fabric Speaks werden diese Geschichten erstmals in Österreich sichtbar – eindrücklich, bewegend und unvergesslich.
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