Freitag 15. Dezember 2017

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Brasilien: Erfolg im Einsatz für die Rechte der Indios

 

Die indigenen Völker Brasiliens sind massiver Gewalt ausgesetzt: Über 130 Morde registriert die SEI SO FREI-Partnerorganisation CIMI (Rat der brasilianischen Bischofskonferenz für die indigenen Völker) jährlich. Mit der Dunkelziffer dürfte diese Zahl noch weit höher liegen. Die Kindersterblichkeit ist bei Brasiliens Indigenen doppelt so hoch wie beim Rest der Bevölkerung. Besonders betroffen ist das Volk der Guaraní-Kaiowá im Bundesstaat Matto Grosso do Sul. Verzweiflung trieb hier rund 800 Indios allein in den letzten 10 Jahren in den Selbstmord. Ein Hauptgrund für diese traurige Gewalt liegt im Landkonflikt. Die Rückgabe der indigenen Territorien geht kaum voran. Obwohl die Verfassung von 1988 ein Zeitfenster bis 1993 vorgegeben hatte. Noch heute sind weit mehr als die Hälfte der indigenen  Gebiete nicht übergeben worden. Bischof Erwin Kräutler, langjähriger CIMI-Präsident und SEI SO FREI-Projektpartner spricht inzwischen klar von Genozid.

 

Jetzt gibt es – auf Initiative von SEI SO FREI gemeinsam mit der DKA und anderen europäischen Organisationen – Unterstützung von  der österreichischen Bischofskonferenz und dem EU-Parlament: Die österreichischen Bischöfe haben bei ihrer Herbstvollversammlung im November 2016 die Bundesregierung und die europäischen Institutionen aufgerufen, alle zur Verfügung stehenden diplomatischen und politischen Mittel zu nutzen, um indigene Völker und deren Rechte zu schützen. Die brasilianische Regierung möge die Demarkation wieder aufnehmen und vorantreiben, damit weitere Gewalt und Vertreibung der Indios verhindert werden kann.

 

Eine Woche später, am 24. November verabschiedete das Europäische Parlament eine Resolution zur Situation der Guaraní-Kaiowá. Darin verurteilt das Parlament die Gewalt gegen dieses indigene Volk und fordert die brasilianische Regierung dazu auf, die verfassungsmäßigen Ansprüche der Guaraní-Kaiowá auf ihr Land umzusetzen.

 

Die Erklärung der österreichischen Bischofskonferenz finden sie hier.

 

Lesen sie die ausführliche Resolution des Europa-Parlaments hier.

 

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Kardinal Dr. Christoph Schönborn und Elizeu Lopes, Vertreter der Guaraní-Kaiowá, der im Herbst in Wien zu Besuch war.

http://seisofrei.at/