Freitag 15. Dezember 2017

Inhalt:

SEI SO FREI unterstützt Frauengesundheitsprojekte in Afrika

 

Mehr als 100 Millionen Frauen und Mädchen sind Opfer von genitaler Verstümmelung. Jedes Jahr kommen ca. zwei Millionen hinzu. In vielen afrikanischen Ländern wird diese Tradition weiterhin praktiziert - mit gravierenden Folgen für Körper und Seele der Mädchen. SEI SO FREI setzt sich seit vielen Jahren mit verschiedenen Projekten und in Lobbyabeit dafür ein, dass diese Praxis ein Ende hat.

 

 

Dr. Maria Schiestl in Kenia

 

Die Romero-Preisträgerin 2016 berichtet von ihrer Arbeit seit vielen Jahren in Entasekera, Maasai-Region, in Kenia. Sie bietet Empowerment-Workshops für Frauen. Themen der Workshops: Gesundheit, Frauenrechte und FGM.

 

Dr. Schiestl berichtet:

"Die Frauen, die an den Empowerment Workshops teilnehmen, brechen das Schweigen. Sie sprechen über Gewalt an den Frauen, über ihre Sprachlosigkeit, über die Bürden der Tradition, über FGM. Es sind berührende, ergreifende, schockierende Geschichten und Momente. Diese Workshops sind wie Therapie. Zum ersten Mal in ihrem Leben wagen sie über Dinge zu sprechen, die sie tief in ihren Herzen begraben haben, lassen den ungeweinten Tränen freien Lauf, beweinen ihre Kinder, die sie verloren haben, weinen über die Gewalt, die sie ihren Töchtern im Namen der Tradition angetan haben und weiterhin antun. Die Schmerzen der Beschneidung haben sie nie vergessen, sie haben tiefe seelische Wunden hinterlassen, und die Konsequenzen von FGM verursachen immer wieder neue Schmerzen. Ein Los, das sie glaubten, tragen zu müssen. Es wurde ihnen von Kindheit an eingeredet, eine unbeschnittene Frau wäre keine Frau und bekomme keinen Mann, das Erstgeborenen würde eine Totgeburt sein.
Es wird über Alternativen zum „Cutting“ gesprochen, über Problemlösungen, über Schulbildung der Mädchen, über FGM und HIV/ Aids und andere medizinische Themen, über erzwungene Verheiratungen von Minderjährigen, und über Strategien, die Männer in die Diskussion einzubinden. Mit neuen „Geschichten“, neuer Hoffnung, neuem Mut, die „Sprachlosigkeit“ zu beenden gehen sie nach Hause, die farbenprächtigen Tücher weithin leuchtend, ein Lied auf den Lippen, strahlende Augen und ein Lachen, das aus tiefster Freude entspringt. Auch wenn Veränderungen nur langsam Fuss fassen werden, der erste Schritt ist getan. Wissen befreit und gibt Mut, den Kreislauf des Schweigens zu unterbrechen."

 

Dank Maria Schiestls Engagement hat sich die Anzahl der Genitalverstümmelungen in der Loita Region halbiert.

 

Weitere Informationen zu Dr. Schiestls Arbeit: www.seisofrei.at/schiestl

 

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Dr. Maria Schiestl hilft Frauen in der Maasai-Region

 

 

Saria Amillen Anderson in Tansania

 

Saria Amillen Anderson leitet als Partnerin von SEI SO FREI seit mehr als zehn Jahren ein umfassendes Entwicklungsprogramm rund um den Viktoria-See, von dem über 50.000 Bewohnerinnen und Bewohner spürbar profitieren. Dazu gehören sauberes Trinkwasser, die Produktion eigener Lebensmittel, Wiederaufforstung und die Auseinandersetzung mit den Tabuthemen HIV / AIDS und FGM (Female Genital Mutilation – Weibliche Genitalverstümmelung). Dazu braucht es in der stark von Männern dominierten Gesellschaft Tansanias neben großem Fachwissen auch viel Mut und Durchsetzungsvermögen. Für ihre Arbeit wurde Saria den Romero-Preis von SEI SO FREI im Jahr 2010 ausgezeichnet. Saria macht seit vielen Jahren eine intensive Bewusstseinsarbeit zum Tabuthema FGM (Weibliche Genitalverstümmelung), Aufklärung in Schulen über die Bedeutung, Folgen und Alternativen.

 

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Saria Amillen Anderson (Mitte) im gespräch mit Frauen

 

 

Waris Dirie, Romero-Preisträgerin 2004

 

Der UNO-Sonderbotschafterin Waris Dirie ist im Jahr 2004 in Wien der Romero-Preis der Katholischen Männerbewegung Österreichs (KMB) überreicht worden.

Ex-Bundespräsident Heinz Fischer sagte bei der Überreichung des mit 10.000 Euro dotierten Preises, Dirie gebe einen Anstoß für die Menschen, Dinge zu ändern. Die Auszeichnung sei vor allem ein Dank "für ihr Anliegen, für ihren Mut, für ihr Auftreten, für ihre Menschlichkeit". Waris Dirie, die sich mit ihrer Wüstenblume-Foundation gegen weibliche Genitalverstümmelung (FGM) einsetzt, erhielt damit erstmals von einer Männerorganisation Anerkennung. Dieser Umstand erfreute das Ex-Model besonders, da sie ihre Tätigkeit als "einen Kampf von Frauen gegen Männer" bezeichnete.

 

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Waris Dirie bei der Romero-Preisverleihung 2004

 

Weitere Links:

 

http://www.stop-fgm-now.com/


http://www.stopfgm.net/

 

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http://seisofrei.at/