Monday 21. October 2019

Inhalt:

Der Zyklon Idai hat in der Nacht von Donnerstag auf Freitag (14.-15. März) die mosambikanische Provinz Sofala verwüstet und die Hafenstadt Beira komplett zerstört. Sei So Frei und Esmabama helfen in Mosambik.

 

Sei So Frei, die entwicklungspolitische Organisation der Katholischen Männerbewegung, ist seit 18 Jahren in der Provinz Sofala gemeinsam mit der Partnerorganisation Esmabama tätig und präsent. Alphabetisierungskurse für Erwachsene „unter dem Schattenbaum“ und Fortbildungen für Lehrkräfte sind die Schwerpunkte der Projekte. 2014 wurde auch mit einem Landwirtschaftsprojekt begonnen, weil Bodenbearbeitung für die bitterarmen Menschen auf dem Land die Lebensgrundlage darstellt. Sie haben weniger als einen Euro pro Tag zum Leben.

 

Situation in Beira, der zweitgrößten Stadt Mosambiks (mind. 500.000 Einwohner) laut Informationen von Esmabama-Leiter Fabrizio Graglia:

 

95% aller Dächer in sind beschädigt. Überall liegen umgefallene Strommasten und Straßenlaternen, das Strom- und Kommunikationsnetz (Internet, Festnetz, Mobilfunk) sind weitestgehend zusammengebrochen. Shakil, stv. Leiter der Partnerorganisation Esmabama, steht täglich am Flughafen – mit über 500 anderen Personen – Schlange, um sein Telefon bei einer Steckdose aufzuladen und den Handyempfang in Flughafennähe zu nutzen. Leiter Fabrizio Graglia konnte inzw. nach Maputo fliegen und hat dort eine Kriseneinheit gebildet.

 

In ärmeren Vierteln sind die Häuser total zerstört und stehen unter Wasser. Die Menschen haben ihr Zuhause verloren und suchen in Schulen oder Bürogebäuden Zuflucht – sie sind verzweifelt und auf sich alleine gestellt. Von staatlicher Seite gab es am Montag noch keinerlei Betreuung/Versorgung; Aufräumungsarbeiten durch die öffentliche Hand waren genauso wenig zu beobachten. Die Unterstützung ist erst langsam angelaufen. Seit heute (20.3.) erhält Beira internationale Hilfslieferungen (EU, UN, WFP, etc.).

 

Es bildeten sich bereits am Montag lange Schlangen vor Tankstellen und Banken, Treibstoff und Bargeld werden knapp. Weder Geschäfte noch Märkte haben geöffnet. Die zusammengebrochene Trinkwasserversorgung verschlimmert die Situation zusätzlich. Die Menschen müssen die wenigen Wasservorräte rationalisieren.

Das städtische Spital platzt aus allen Nähten. Es herrscht Aufnahmestopp, Medikamente werden knapp. Zusätzlich ist das Dach eingestürzt und hat 160 Tote gefordert, darunter 5 Babys auf der Geburtenstation.

 

Situation auf dem Land:


Nach dem verheerenden Tropensturm stehen sie vor dem Nichts und bangen um das Wohl ihrer Angehörigen. Die Anzahl der Toten wird auf 1.000 geschätzt, mehrere tausend Menschen werden vermisst. Verlässliche Zahlen sind nicht verfügbar, weil die Bezirke Buzi (Barada, Estaquinha) und Chibabava (Mangunde) unzugänglich sind. Ganze Dörfer wurden dem Erdboden gleichgemacht. In den Projektgebieten von Sei So Frei wurden zahlreiche Gebäude beschädigt und die Dächer von Schulen, Internaten und Gesundheitszentren weggeblasen. Die Schulkinder müssen im Freien unter Bäumen schlafen, obwohl es weiterhin stark regnet. Eine Rückkehr zu ihren Familien ist vielfach unmöglich, weil die umliegenden Dörfer komplett unter Wasser stehen, nachdem auch der Fluss Buzi über die Ufer getreten ist! Der Zyklon hat die einfachen Lehmhütten der bitterarmen Landbevölkerung zerstört (die Menschen leben nun unter Planen und versuchen sich so, vor dem Regen zu schützen), sondern auch ihre Felder bzw. Gemüsegärten – und damit ihre gesamte Nahrungsquelle.

Ersten Informationen vom Montag (18.3.) zufolge fielen in Estaquinha 100 Tonnen Mais, die die Schulausspeisung der kommenden vier Monate sichergestellt hätte, dem Tropensturm zum Opfer. In Machanga wurde die Schweinezucht vernichtet, kein einziges Tier hat überlebt.

 

Es ist nach wie vor unmöglich, auf dem Landweg nach Estaquinha und Mangunde zu gelangen. Die Straßen am Ausgang von Beira sind zerstört. Viele wurden von den sintflutartigen Regenfällen weggespült, im stehenden Wasser tummeln sich Krokodile. Aus dem Projektgebiet in Barada, das durch seine unmittelbare Küstenlage dem Zyklon besonders ausgesetzt war, gibt es nach wie vor keine Informationen. Der Versuch, mit dem Boot die Küste entlangzufahren, ist gescheitert. Heute (20.3.) versuchen zwei Mitarbeiter von Esmabama, sich auf dem Landweg nach Barada vorzukämpfen. Es ist Schlimmstes zu befürchten.

Der intensive Regen wird anhalten, in den nächsten 72 Stunden ist mit weiteren Überflutungen entlang des Flusses Buzi, der durch die Provinz Sofala fließt und in Beira ins Meer mündet, zu rechnen.

 

Zitat von Dr. Franz Hehenberger, Projektreferent von Sei So Frei Oberösterreich:


„Diese Ausnahmesituation macht mich sehr betroffen. Im August habe ich persönlich erfahren, wie zuversichtlich die Familien aus unseren Kursen in die Zukunft blickten. Jetzt stehen sie vor dem Nichts und kämpfen ums nackte Überleben, einfach unglaublich. Sie brauchen dringend unsere Hilfe!“

 

Spendenbox:


Unsere Partnerorganisation Esmabama wird schnellstmöglich mit einer Aufnahme der Schäden und der Abklärung von Hilfsmöglichkeiten beginnen. Es braucht nun rasch unsere Hilfe, um die Menschen in der Provinz Sofala mit dem Notwendigsten zu versorgen. Bitte helfen Sie jetzt!

 

Sei So Frei-Spendenkonto: AT30 5400 0000 0069 1733

 

Nur so kann Esmabama die Menschen mit Nahrungsmitteln und Trinkwasser unterstützen und ihnen wieder ein Dach über dem Kopf geben. In weiterer Folge werden die Familien Schritt für Schritt mit Saatgut zum Bestellen der Felder sowie mit Kleintieren (Hühner, Schweine, Ziegen) versorgt.

 

Fotos (honorarfrei - Sei So Frei / Horizont3000):

https://my.sofortcloud.com/index.php/s/tTvKDyRLzlroLbY

http://seisofrei.at/