Mittwoch 18. Oktober 2017

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Papst fordert mehr Einsatz für "Menschenrecht auf Wasser"

 

(KAP) Papst Franziskus hat zu mehr politischem Einsatz für das Menschenrecht auf Wasser aufgerufen. Es sei nötig, dem Wasser auch in der öffentlichen Politik die zentrale Bedeutung zu geben, die es verdiene, sagte er am Freitag im Vatikan. "Unser Recht auf Wasser ist auch eine Pflicht auf Wasser", so Franziskus vor den Teilnehmern einer internationalen Konferenz mit dem Titel "Das Menschenrecht auf Wasser". Der Papst erinnerte daran, dass laut der UNO weltweit durch von unsauberem Wasser ausgelöste Krankheiten 1000 Kinder täglich sterben.

"Ich frage mich, ob wir in diesem dritten Weltkrieg in Stücken auf dem Weg zum großen weltweiten Krieg um das Wasser sind", sagte Franziskus. Die Zahlen der UNO zu den Toten aufgrund von unsauberem Wasser dürften nicht gleichgültig registriert werden. Noch sei es nicht zu spät, die Entwicklung zu stoppen und umzukehren, sondern "nur dringend".

Wenn das Menschenrecht auf Wasser verwehrt werde, etwa von einzelnen oder mehreren Staaten, treffe dies alle; das "gemeinsame Haus" leide sehr, so Franziskus weiter. Jeder Staat sei zu "politischem wie rechtlichen Einsatz" für dieses "fundamentale Menschenrecht" gerufen.

Die UNO-Resolution aus dem Jahr 2010 zum Recht auf sauberes Wasser für alle müsse durch konkretes Handeln umgesetzt werden. Wissenschaftler, Unternehmer, Regierungen, Politiker aber auch jeder einzelne sollten daran arbeiten, so der Papst. Er forderte eine "Kultur der Begegnung" in der der Staat eine unabdingliche Rolle als "Garant für den Zugang zu sicherem und gutem Wasser" habe. Es lohne sich, für dieses Ideal zu kämpfen.

Franziskus hatte sich bereits in seiner Umweltenzyklika "Laudato si", die 2015 erschienen war, für das Menschenrecht auf sauberes Wasser ausgesprochen und Wasserverschmutzung kritisiert.

 

Brunnen für das Leben in Burkina Faso


Die Region Diapaga, 600 km östlich der Hauptstadt Ouagadougou, liegt im Südosten von Burkina Faso. Sie ist eine der trockensten Regionen Afrikas. Ein Ort ohne Zukunft war dieses Gebiet vor 20 Jahren. Es gab kein Wasser und die Bildungsmöglichkeiten waren minimal. Für viele ein Grund, die Dörfer zu verlassen. „Seitdem neuen Brunnen mit Hilfe von SEI SO FREI errichtet wurden, bauen die Frauen Gemüse an. Ernährungsmängel bei Kindern und älteren Menschen gehen zurück, und die Familien erzielen erstmals ein kleines Einkommen, weil sie Gemüse anpflanzen können“ so Louis Tankoano, Leiter der Projektpartner-Organisation TIN SEDI („Wir richten uns auf“) vor Ort. Mehr als 25 Brunnen in den letzten 10 Jahren hat SEI SO FREI dank Spenden aus Österreich gebaut. Mehr als 25.000 Personen in der Region Diapaga profitieren davon.

 

„Ein Brunnen ist so viel mehr als nur Wasser“, so Markus Fröhlich, Projektreferent von SEI SO FREI der Diözese Feldkirch. „So werden neben einem Brunnen Gemüsegärten gepflanzt und bewirtschaftet. Ein Brunnen stillt nicht nur den Durst, er bietet den Familien neue Einkommensmöglichkeiten.“

 

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Einen Brunnen in der Nähe zu haben bedeutet nicht nur Arbeitserleichterung für Frauen, die Wasser kilometerlang vom benachbarten Dorf transportiert müssten. Die Güte des Wassers und auch die Tatsache, dass rund um den Brunnen Gemüsegärten entstehen, tragen zur Verbesserung der Gesundheit und somit zur Hebung der Lebensqualität der Dorfbewohner bei.

 

 

Unterstützung für Kleinbauernfamilien in Brasilien

 

Ehemals landlose Kleinbäuerinnen und -bauern in Brasilien lernen nachhaltige Landbewirtschaftung und Selbstversorgung unter der Leitung von Romero-Preisträgerin Janira Souza de França.


Bereits seit 1994 unterstützt SEI SO FREI landlose Kleinbäuerinnen und -bauern im Bundesstaat Bahia im Kampf um ihre Rechte und ein menschenwürdiges Leben.

 

Die ehemalige Landwirtschaftsschule EACMA (Escola Agricola Comunitaria Margarida Alves) agiert nun als landwirtschaftliches Ausbildungszentrum für Jugendliche und Erwachsene unter der Leitung von Romero-Preisträgerin Janira Souza de França. Sie bildet junge Menschen aus den Dörfern der ehemals Landlosen aus. Sie lernen ihr Land so zu bearbeiten, dass sie sich selbst versorgen und ein kleines Einkommen erwirtschaften können.

 

Jugendliche und Erwachsene lernen bei ihr alles über biologische Landwirtschaft, Kleintierhaltung und -zucht, Wiederaufforstung sowie die Verarbeitung von Kakao und Maniok. Zusätzlich werden Kurse zu den Themenbereichen Recht, familiäre Gewalt usw. abgehalten.


Janira Souza de França ist Pädagogin, Menschenrechtlerin und Agrarexpertin. Sie begleitet seit vielen Jahren gemeinsam mit SEI SO FREI ehemals landlose und indigene Kleinbäuerinnen und -bauern im Kampf um ihre Rechte und die Sicherung ihrer Lebensgrundlage.

 

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In einwöchigen Kursen lernen die Bäuerinnen und Bauern, wie sie Maniok, Kakao und vieles mehr weiterverarbeiten können. Ihre Produkte können sie schließlich auf dem Markt und an Schulen verkaufen.

 

 

SEI SO FREI und KOO begrüßen Augenmerk der Entwicklungszusammenarbeit auf Fluchtursachen, sie fordern Differenzierung und Einbindung der Zivilgesellschaft

 

Der Ministerrat hat im Dezember 2016 eine aktualisierte Version des Dreijahresprogramms für Entwicklungspolitik von 2016 bis 2018 verabschiedet. Darin schreibt die Regierung eine Ausrichtung der Entwicklungszusammenarbeit (EZA) an Maßnahmen zur "Bekämpfung der Ursachen von Migration" fest. "Die Förderung von Frieden, Sicherheit, Rechtsstaatlichkeit, Demokratisierung und Entwicklung ist gerade in Post-Konfliktländern und -regionen unverzichtbar, um den Wurzeln von Radikalisierung, gewaltbereitem Extremismus und terroristischer Rekrutierung entgegenzuwirken", heißt es in dem Text. Dabei sei "auch die funktionierende Anwendung von Rückübernahmeabkommen mit Österreich zu berücksichtigen".

 

Heinz Hödl, Geschäftsführer der Österreichischen Bischofskonferenz für internationale Entwicklung und Mission begrüßt das verstärkte Augenmerk auf „Fluchtursachen“ und „Hilfe vor Ort“: „Ich freue mich über die Anerkennung von Humanitärer Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit als wichtige Handlungsfelder und die damit verbundene Aufstockung der Mittel. Gleichzeitig warne ich vor einer Verkürzung von Wirkungsketten, die der komplexen Realität nicht gerecht wird, und vor einer möglichen Instrumentalisierung der Entwicklungszusammenarbeit für Interessen der Sicherheits- und Migrationspolitik.“


KOO Position zu Flucht, Migration und Entwicklung


Vor dem Hintergrund der Debatten zum Thema „Fluchtursachen bekämpfen“, präsentiert die KOO Fakten, Lösungsansätze und Grenzen. Fazit: Entwicklungszusammenarbeit und -politik leistet einen wichtigen Beitrag: Dort, wo ein menschenwürdiges Leben, soziale und politische Sicherheit gewährleistet sind, müssen sich weniger Menschen auf den Weg machen und Migration wird zu einer Möglichkeit unter vielen und nicht zu einer Notwendigkeit.


Menschenrechte, Schutz und Sicherheit müssen vom Herkunftsland, entlang der Fluchtwege und im Aufnahmeland im Zentrum stehen. Das Recht auf Schutz für Flüchtlinge entsprechend den Vorgaben der Genfer Konvention muss durch legale Wege z.B. durch Resettlement sichergestellt werden.
Für die Schwerpunktsetzung der Österreichische EZA müssen die SDGs und die in EZA Gesetz und Dreijahresprogramm festgelegten Prinzipien und Schwerpunkte als Richtschnur dienen.


Zu diesem zusätzlichen Schwerpunkt sollte ein strategisches Dokument unter Einbeziehung der Zivilgesellschaft erarbeitet werden. Denn vor Aktivitäten in Konfliktregionen und der Auswahl von Kooperationspartnern ist eine differenzierte sachliche Analyse notwendig, um mögliche Auswirkungen auf den Konflikt zu berücksichtigen.


Die Förderung der Zivilgesellschaft einschließlich des Sicherstellens von Mitsprachemöglichkeiten sowie Konfliktprävention und friedensbildende Maßnahmen unter Einbindung von Frauen soll verstärkt werden.

 

 

20 Jahre SEI SO FREI Oberösterreich und 200 Jahre "Stille Nacht" in Bad Schallerbach

 

Am 21.12.2016 feierten 650 Gäste beim Festakt mit Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer, Bischof Dr. Manfred Scheuer und SEI SO FREI-Projektpartnerin Saria Amillen Anderson aus Tansania. Auch die Sportlerinnen Bettina Plank (Karate-WM Bronze 2017) und Theresia Kiesl (Olympia 1500m Bronze 1996) gratulierten SEI SO FREI.

 

Vor 200 Jahren verfasste Joseph Mohr „Stille Nacht“ in Form eines Gedichts, das zwei Jahre später vertont wurde. Seitdem geht das Lied um die Welt und wird in mehr als 300 Sprachen gesungen.

20 Jahre ist es her, dass die entwicklungspolitische Aktion der Katholischen Männerbewegung „Bruder in Not“ unter dem Namen SEI SO FREI Spenden für nachhaltige Projekte in Afrika und Lateinamerika sammelt.

"Der Name SEI SO FREI drückt am besten aus, wofür wir stehen: die Menschen in unseren Partnerländern in Lateinamerika und Afrika aus Armut und Unterdrückung zu befreien“, so Dr. Franz Gütlbauer, Vorsitzender von SEI SO FREI Oberösterreich.

 

Das Konzert der St. Florianer Sängerknaben mit Alois Mühlbacher und dem Venida Quartett rundete die weihnachtliche Jubiläumsveranstaltung ab.

 

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(v.l.n.r.) LH Josef Pühringer, Bischof Manfred Scheuer,
OÖ SEI SO FREI-Vorsitzender Franz Gütlbauer mit Moderator Klaus Obereder

 

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Bettina Blank (mitte) und Theresia Kiesl (rechts) wünschten SEI SO FREI alles Gute!

 

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Projektpartnerin und Romero-Preisträgerin Saria Amillen

Anderson (mitte) mit Projektreferentin Ruth Lummerstorfer (rechts)

 

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St. Florianer Sängerknaben und das Venida Quartett

 


SEI SO FREI Nikolaus 2016

SEI SO FREI wirbt mit dem Nikolaus in ganz Österreich für die Adventsammlung, die Entwicklungsprojekten in Kenia zugute kommt. Als kleines Dankeschön übergab er den Besuchten fair gehandelte Nikolaus-Schokolade der EZA. Adressaten des Nikolaus waren u.a. der zweite Nationalratspräsident Karlheinz Kopf, Grünen-Chefin Eva Glawischnig und SPÖ-Nationalratsabgeordnete Petra Bayr. In Oberösterreich standen Landeshauptmann Josef Pühringer, der Linzer Bürgermeister Klaus Luger und Bischof Manfred Scheuer auf seiner Besuchsliste. In Salzburg war er mit Salzburg Bürgermeister-Stellvertreterin Anja Hagenauer unterwegs. In Eisenstadt u.a. beim Bischof Zsifkovics -> Zur Fotogalerie

 

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SEI SO FREI bei der Karate-WM in Linz

 

"Karate ist nicht nur ein Sport, sondern eine Lebensphilosophie", erklärt Hans-Werner Streicher, Chef des WM-Organisationskomitees. Daher sind die fünf Bewerbstage den zentralen Mottos des Karate gewidmet.

 

Bei der Organisation dieses sportlichen Großereignisses als "Green Event" wird auch auf ökologische Stromversorgung, die weitgehende Nutzung des öffentlichen Verkehrs und bio-regionales Catering Wert gelegt.

 

Nachhaltigkeit und globale Verantwortung spiegeln sich in den Werten von SEI SO FREI und der Katholischen Männerbewegung wider. Mit unserer Firma der EZA Fairer Handel GmbH waren wir als Kooperationspartner des Caterings mit dabei.

 

An unserem Verkaufsstand schenkten wir EZA-Kaffee aus und verkauften bio-faire Schokoladen und Knabbereien. Interessierten gaben wir gerne Einblicke in die Projekte und die Philosophie von SEI SO FREI. Wir haben uns auf viele Besucherinnen und Besucher gefreut!

 

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Tiroler Ärztin in Kenia erhält Romero-Preis 2016


Wien-Innsbruck, 11.10.2016 (KAP) Der mit 10.000 Euro dotierte Romero-Preis von SEI SO FREI, der entwicklungspolitischen Aktion der Katholischen Männerbewegung Österreichs, geht heuer an die Tirolerin Ärztin Maria Schiestl. Die gebürtige Zillertalerin wird für ihren jahrelangen und unermüdlichen Einsatz für die Maasai in Kenia ausgezeichnet. In Entasekera, einem abgelegenen Ort im knapp 300 Kilometer von Nairobi entfernten Loita-Hochland, leitet die 64-Jährige seit elf Jahren ein ab den 1990er-Jahren von "Sei so frei" mit aufgebautes Krankenhaus und Bildungszentrum. Der Romero-Preis 2016, der an den 2015 von Papst Franziskus seliggesprochenen salvadorianischen Märtyrerbischof Oscar Romero (1917-1980) erinnert, wird Schiestl am 25. November bei einem Festakt im ORF-Landesstudio Tirol in Innsbruck überreicht.


1952 in Zell am Ziller geboren, war Maria Schiestl zunächst einige Jahre lang Hauptschullehrerin in Tirol. 1979 ging sie nach Kenia, wo sie in einer Mädchenschule im Maasailand tätig war, bevor sie Leitung einer Mädchenschule in Westkenia übernahm. Konfrontiert mit der schwierigen Lebenssituation vieler Maasai und der schlechten Gesundheitsversorgung, entschloss sie sich im Alter von 37 Jahren, ein Medizinstudium zu beginnen.

Nach Abschluss von Studium und Turnuszeit in Schwaz und an der Innsbrucker Uniklinik ging Schiestl 2005 zurück nach Kenia. In Entasekera hatten österreichische Ärzte dort unter schwierigsten Bedingungen mit dem Aufbau eines Gesundheits- und Bildungszentrums begonnen. "Daktari Maria", wie sie von ihren Patienten genannt wird, kümmert sich seither federführend um das mittlerweile fertiggestellte Health Care Center, das die einzige funktionierende Gesundheitseinrichtung für bis zu 27.000 Loita-Maasai in einem Umkreis von 60 Kilometern ist.

 

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Neben dem Gesundheitszentrum leitet Schiestl - seit ihrem Pensionsantritt Ende 2012 ehrenamtlich - mehrere mobile Gesundheitsteams, die Kinder, Frauen und Männer aus dem Massai-Volk in besonders entlegenen Gebieten erreichen können. Das Zentrum hat auch Spezialkliniken für Augen- und Zahnerkrankungen sowie für Tuberkulose- und HIV/Aids-Patienten.

Bei ihrer Tätigkeit erkannte Schiestl schnell, dass in der stark traditionell geprägten Gesellschaft des Loita-Maasai-Volks mehr Bewusstsein besonders für die Rechte von Frauen und Kindern und eine Gesundheitsvorsorge nur mit umfangreichen Bewusstseins-Bildungsmaßnahmen erreichbar sind. Zusätzlich zum Health Care Center wird daher in Entasekera auch ein Bildungszentrum betrieben, in dem laufend Kurse und Treffen zu Themen wie Frauenrechte, Menschenrechte, Bürgerrechte, Gesundheitsvorsorge, Hygiene, Ernährung, Familienplanung, Mutter-Kind-Themen, HIV/Aids angeboten werden.

Der an den seligen Märtyrerbischof Oscar Romero (1917-1980) erinnernde Romero-Preis wird seit 1980 an Personen vergeben, die sich in herausragender Weise für Entwicklungszusammenarbeit und eine gerechte Welt einsetzen. Der Romero-Preis ist Österreichs wichtigste Auszeichnung für herausragende Leistungen für Gerechtigkeit und Entwicklung in Afrika und Lateinamerika. Bisherige Preisträger waren u.a. Bischof Erwin Kräutler, die Menschenrechtsaktivistin Waris Dirie oder der oberösterreichische Brasilien-Missionar Pater Josef Hehenberger.

 

Weitere Informationen zur Preisverleihung und Kartenreservierung unter:
www.seisofrei.at/romero

 

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