Freitag 18. August 2017

Inhalt:

Trauer um Dr.in Maria Schiestl, Romero-Preisträgerin 2016

 

SEI SO FREI und die Katholische Männerbewegung Österreichs sind tief erschüttert vom plötzlichen Tod der Romero-Preisträgerin Dr. in Maria Schiestl. Die langjährige Entwicklungshelferin ist in der Nacht auf Sonntag in Nairobi, Kenia verstorben.


„SEI SO FREI und die Katholische Männerbewegung Österreichs trauern um Dr.in Maria Schiestl als eine hervorragende Ärztin, Entwicklungshelferin und Freundin. Ihre Liebe und Verbundenheit zu Kenia sowie ihre Fröhlichkeit und Lebensfreude waren grenzenlos und beispielhaft. Wir wünschen allen Freundinnen und Freunden, Kolleginnen und Kollegen, in erster Linie aber ihrer Familie in Tirol ganz viel Kraft in dieser schweren Zeit“, so DI Dr. Leopold Wimmer, Vorsitzender der Katholischen Männerbewegung Österreichs.

Maria Schiestls Herz gehörte Afrika. Ihr Leben hat sie den Maasai gewidmet. Die gebürtige Zillertalerin war jahrelang Ärztin in Entasekera. An diesem abgelegenen Ort in den kenianischen Loita Hügeln leitete sie ein von SEI SO FREI mitaufgebautes Krankenhaus und Bildungszentrum. Für ihren jahrelangen und unermüdlichen Einsatz für die Maasai erhielt Maria Schiestl den Romero-Preis 2016. Mit diesem Preis zeichnete SEI SO FREI, die entwicklungspolitische Aktion der Katholischen Männerbewegung, ihr herausragendes Engagement in der Entwicklungszusammenarbeit und den Einsatz für eine gerecht Welt aus.

 

Entwicklungshelferin und Ärztin in Kenia

 

1952 in Zell am Ziller geboren, war Maria Schiestl zunächst einige Jahre lang Hauptschullehrerin in Tirol. 1979 ging sie nach Kenia, wo sie in einer Mädchenschule im Maasailand tätig war, bevor sie die Leitung einer Mädchenschule in Westkenia übernahm. Konfrontiert mit der schwierigen Lebenssituation vieler Maasai und der schlechten Gesundheitsversorgung, entschloss sie sich im Alter von 37 Jahren, ein Medizinstudium zu beginnen.


Nach Abschluss von Studium und Turnuszeit in Schwaz und an der Innsbrucker Universitätsklinik ging Maria Schiestl 2005 zurück nach Kenia. In Entasekera hatten österreichische Ärzte unter schwierigsten Bedingungen mit dem Aufbau eines Gesundheits- und Bildungszentrums begonnen. „Daktari Maria", wie sie von ihren Patienten genannt wurde, kümmerte sich jahrelang federführend um die Krankenstation in Entasekera. Ein besonderes Anliegen von Dr.in Schiestl war die Stärkung der Mädchen- und Frauenrechte in Afrika.

 

Das Spendenkonto für die Fortführung des Lebenswerks von Dr.in Maria Schiestl: 
AT10 3500 0000 0001 4100.


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Dr.in Maria Schiestls Herz gehörte Afrika

 

Weitere Artikel:

 

http://religion.orf.at/stories/2844679/

 

http://www.wienerzeitung.at/nachrichten/oesterreich/chronik/893372_Tiroler-Oskar-Romero-Preistraegerin-verstarb-in-Nairobi.html

 

http://tirol.orf.at/news/stories/2844604/

Malawi: Neue Geburtenstation rettet Leben

 

Geburtshilfe in der Buschambulanz: was im Jahr 2009 als ein Wunsch der Frauen in einem kleinen Dorf in Malawi anfing, ist dank SEI SO FREI Realität geworden. Vergangene Woche weihten der Feldkircher Generalvikar Rudolf Bischof und der Erzbischof von Liliongwe Tarcisius Gervazio Ziyaye die Geburtstation (Mutter-Kind-Klinik) in Malambo ein. Die neue Klinik wurde dank Spenden aus Österreich fertiggebaut.

 

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Generalvikar Rudolf Bischof und Tarzisio, Erzbischof von Lilongwe (l.), schnitten symbolisch
ein Band durch.

 

Joana Chimwemwe sitzt im kleinen Hof ihrer Hütte und schützt den neugeborenen kleinen Hestings vor der strahlenden Sonne. Joana ist glücklich, dass ihr drittes Kind gesund auf die Welt gekommen ist, obwohl die Geburt nicht so einfach war: „Als die Wehen angefangen haben, müssten wir schnell ein Motorrad organisieren, das mich nach Kasungu ins Krankenhaus bringen konnte.“ Zwölf Kilometer mussten der Fahrer und Joana auf der nicht asphaltierten Straße bewältigen. „Mit dem Fertigbau der neuen Geburtenstation in Malambo, werden Frauen ihre Kinder im Dorf nicht mehr weit weg fahren müssen; sie werden hier im Dorf ihre Kinder zur Welt bringen, wir erwarten zwischen 300 und 400 Geburten im Jahr“, erklärt Wolfgang Heindl, Projektreferent von SEI SO FREI der Erzdiözese Salzburg.

 

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Im Jahr 2009 begann SEI SO FREI, wegen des Mangels an medizinischer Versorgung in Malawi am Land, mit dem Bau einer Buschambulanz in Malambo, 250 Kilometer von der Hauptstadt Lilongwe entfernt. Mit Hilfe der Teresian Sisters, die die Buschambulanz verwalten, werden bis zu 40.000 Menschen medizinisch betreut. Unter anderem Frauen, die ihre Kinder in der Buschambulanz in einem sauberen und hygienischen Umfeld zur Welt bringen können. Erfahrene Hebammen und medizinisches Personal werden in Zukunft Frauen bei der Geburt helfen, die von weit her kommen. Das ist eine große Hilfe, denn von 100 Geburten in Malawi können nur die Hälfte medizinisch betreut werden, Malawi ist unter den 25 Ländern mit der höchsten Müttersterblichkeit weltweit. Die Teresian Sisters und SEI SO FREI wollten diesem Elend nicht länger ohnmächtig gegenüberstehen: mit Spenden aus Österreich ist es möglich, Frauen auch während ihrer Schwangerschaft Kontrolle und Beratung in der Buschambulanz anzubieten.

 

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So konnten unzählige Leben seit 2009 gerettet, denn viele Mütter wurden mit dem Krankentransporter bei Komplikationen zur Buschambulanz gefahren. Dort ist ihnen eine Hebamme während der Geburt zur Seite gestanden. Um noch mehr Leben retten zu können, wird es in Zukunft möglich sein, Mütter und Kinder zu betreuen: in der Geburtenstation sowie in der Entbindungsstation wurden Betten und Räumlichkeiten für die stationäre Vor- und Nachbetreuung der Mütter und ihrer Babys errichtet.

“Armut ist ein Verbrechen": Sophie Kibuywa will Kenia verändern

 

“Armut ist ein Verbrechen! Ihr dürft sie nicht in Eure Häuser einladen”, mit drastischen Worten macht Sophie Kibuywa kenianischen Bauern am Fuß des Mount Elgon Mut, mit einfachen Methoden ihre Erträge in der Landwirtschaft zu steigern. Das beginnt damit, dass klar gemacht wird, dass nicht nur Frauen arbeiten sollen – wie das bisher oft der Fall ist – sondern auch Männer.

 

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Mit ihrer Organisation DESECE (Development Education Services for Community Empowerment) unterstützt sie hunderte Initiativen im Kampf gegen Armut und für eine bessere Ausbildung. Ein Engagement mit Erfolg: In vielen Dörfern der Region hat ein Umdenken stattgefunden, zahlreiche Familien konnten bereits Wege aus der Armut finden. Der Einsatz von Sophie Kibuywa wurde 1997 auch mit dem Romero-Preis der Katholischen Männerbewegung Österreich ausgezeichnet. SEI SO FREI unterstützt seit vielen Jahren die Arbeit von Sophie Kibuywa.

 

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Bericht: Marcus Marschalek,  Länge: 6 Minuten

 

ORIENTIERUNG am 30.4.2017, 12.30 Uhr,

ORF 2, Wh. am 2.5.2017, 10.40 Uhr, ORF III

Vor 50 Jahren: erste Predigt einer Frau in Kolumbien

 

Dank einer Sondergenehmigung kam es am 13. März 1967 zur ersten Predigt einer Frau. Die Beaufrtagte war die Missionarin und Franziskanerschwester Maria Herlinde Moises. in manizales, einer Stadt im Kolumbianischen Inland, teilte sie das Evangelium mit der katholischen Pfarrgemeinde "Nuestra Señora de los Dolores".

Sr. Maria Herlinde Moises bekam 1982 den Romero-Preis von SEI SO FREI.

 

Aus der Zeitung "La Nacion" (Kolumbien)unknown

Internationaler Weltfrauentag am 08. März: SEI SO FREI und Katholische Männerbewegung stärken Frauen durch Bildung in Kenia

 

Dr.in Maria Schiestl, Romero-Preisträgerin 2016, leistet seit 2006 großartige ärztliche Hilfe für die lokale Massai-Bevölkerung in Kenia und organisiert für Frauen die einzige Gesundheits- und Bildungseinrichtung im Umkreis vieler Kilometer. Dank ihres Engagements hat sich die Zahl der weiblichen Genitalverstümmelungen in der Region halbiert.

 

Die gebürtige Zillertalerin, Dr.in Maria Schiestl, bietet, dank Spenden aus Österreich, Empowerment-Workshops für Frauen in der Loita-Region in Kenia. Themen der Workshops sind Gesundheit, Frauenrechte und FGM (weibliche Genitalverstümmelung). „Wir halten Seminare und Kurse für Frauen der Loita-Gegend, 150 Kilometer von Nairobi entfernt. Das Frauen-Bildungsprogramm hat als Schwerpunkte Frauen- und Kinderrechte, häusliche Gewalt, Konfliktbewältigung, aber auch  andere medizinische Themen, wie Tuberkulose, HIV/Aids, Hygiene, Unterernährung und Familienplanung. Es ist unser Bestreben, über diese Workshops vor allem die Frauen zu stärken, da diese die Bürden der Tradition am meisten zu spüren bekommen und sich vielfach „sprachlos“ mit diesem Schicksal abgefunden haben. Die Seminare wurden im Jahr 2009 begonnen. Mehr als 1.000 Frauen haben bereits daran teilgenommen“, so die Romero-Preisträgerin und langjährige Partnerin von SEI SO FREI.

 

„Der Einsatz für Gleichberechtigung der Geschlechter ist ein fundamentaler Bestandteil des Leitbildes der Katholischen Männerbewegung Österreichs“, so DI Dr. Leopold Wimmer, Vorsitzender der KMBÖ und SEI SO FREI.

„Aus diesem Grund  unterstützen wir nachhaltige Projekte, wie das Bildungsprogramm von Dr.in Maria Schiestl in Afrika, mit dem Schwerpunkt Bildung für Frauen. Alle Menschen sollen gleiche Rechte, Schutz und Chancen erhalten. So können Frauen in Afrika eine aktive, gleichberechtigte Rolle innerhalb ihrer Gemeinden und Volkswirtschaften einnehmen.“

 

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Papst fordert mehr Einsatz für "Menschenrecht auf Wasser"

 

(KAP) Papst Franziskus hat zu mehr politischem Einsatz für das Menschenrecht auf Wasser aufgerufen. Es sei nötig, dem Wasser auch in der öffentlichen Politik die zentrale Bedeutung zu geben, die es verdiene, sagte er am Freitag im Vatikan. "Unser Recht auf Wasser ist auch eine Pflicht auf Wasser", so Franziskus vor den Teilnehmern einer internationalen Konferenz mit dem Titel "Das Menschenrecht auf Wasser". Der Papst erinnerte daran, dass laut der UNO weltweit durch von unsauberem Wasser ausgelöste Krankheiten 1000 Kinder täglich sterben.

"Ich frage mich, ob wir in diesem dritten Weltkrieg in Stücken auf dem Weg zum großen weltweiten Krieg um das Wasser sind", sagte Franziskus. Die Zahlen der UNO zu den Toten aufgrund von unsauberem Wasser dürften nicht gleichgültig registriert werden. Noch sei es nicht zu spät, die Entwicklung zu stoppen und umzukehren, sondern "nur dringend".

Wenn das Menschenrecht auf Wasser verwehrt werde, etwa von einzelnen oder mehreren Staaten, treffe dies alle; das "gemeinsame Haus" leide sehr, so Franziskus weiter. Jeder Staat sei zu "politischem wie rechtlichen Einsatz" für dieses "fundamentale Menschenrecht" gerufen.

Die UNO-Resolution aus dem Jahr 2010 zum Recht auf sauberes Wasser für alle müsse durch konkretes Handeln umgesetzt werden. Wissenschaftler, Unternehmer, Regierungen, Politiker aber auch jeder einzelne sollten daran arbeiten, so der Papst. Er forderte eine "Kultur der Begegnung" in der der Staat eine unabdingliche Rolle als "Garant für den Zugang zu sicherem und gutem Wasser" habe. Es lohne sich, für dieses Ideal zu kämpfen.

Franziskus hatte sich bereits in seiner Umweltenzyklika "Laudato si", die 2015 erschienen war, für das Menschenrecht auf sauberes Wasser ausgesprochen und Wasserverschmutzung kritisiert.

 

Brunnen für das Leben in Burkina Faso


Die Region Diapaga, 600 km östlich der Hauptstadt Ouagadougou, liegt im Südosten von Burkina Faso. Sie ist eine der trockensten Regionen Afrikas. Ein Ort ohne Zukunft war dieses Gebiet vor 20 Jahren. Es gab kein Wasser und die Bildungsmöglichkeiten waren minimal. Für viele ein Grund, die Dörfer zu verlassen. „Seitdem neuen Brunnen mit Hilfe von SEI SO FREI errichtet wurden, bauen die Frauen Gemüse an. Ernährungsmängel bei Kindern und älteren Menschen gehen zurück, und die Familien erzielen erstmals ein kleines Einkommen, weil sie Gemüse anpflanzen können“ so Louis Tankoano, Leiter der Projektpartner-Organisation TIN SEDI („Wir richten uns auf“) vor Ort. Mehr als 25 Brunnen in den letzten 10 Jahren hat SEI SO FREI dank Spenden aus Österreich gebaut. Mehr als 25.000 Personen in der Region Diapaga profitieren davon.

 

„Ein Brunnen ist so viel mehr als nur Wasser“, so Markus Fröhlich, Projektreferent von SEI SO FREI der Diözese Feldkirch. „So werden neben einem Brunnen Gemüsegärten gepflanzt und bewirtschaftet. Ein Brunnen stillt nicht nur den Durst, er bietet den Familien neue Einkommensmöglichkeiten.“

 

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Einen Brunnen in der Nähe zu haben bedeutet nicht nur Arbeitserleichterung für Frauen, die Wasser kilometerlang vom benachbarten Dorf transportiert müssten. Die Güte des Wassers und auch die Tatsache, dass rund um den Brunnen Gemüsegärten entstehen, tragen zur Verbesserung der Gesundheit und somit zur Hebung der Lebensqualität der Dorfbewohner bei.

 

 

Unterstützung für Kleinbauernfamilien in Brasilien

 

Ehemals landlose Kleinbäuerinnen und -bauern in Brasilien lernen nachhaltige Landbewirtschaftung und Selbstversorgung unter der Leitung von Romero-Preisträgerin Janira Souza de França.


Bereits seit 1994 unterstützt SEI SO FREI landlose Kleinbäuerinnen und -bauern im Bundesstaat Bahia im Kampf um ihre Rechte und ein menschenwürdiges Leben.

 

Die ehemalige Landwirtschaftsschule EACMA (Escola Agricola Comunitaria Margarida Alves) agiert nun als landwirtschaftliches Ausbildungszentrum für Jugendliche und Erwachsene unter der Leitung von Romero-Preisträgerin Janira Souza de França. Sie bildet junge Menschen aus den Dörfern der ehemals Landlosen aus. Sie lernen ihr Land so zu bearbeiten, dass sie sich selbst versorgen und ein kleines Einkommen erwirtschaften können.

 

Jugendliche und Erwachsene lernen bei ihr alles über biologische Landwirtschaft, Kleintierhaltung und -zucht, Wiederaufforstung sowie die Verarbeitung von Kakao und Maniok. Zusätzlich werden Kurse zu den Themenbereichen Recht, familiäre Gewalt usw. abgehalten.


Janira Souza de França ist Pädagogin, Menschenrechtlerin und Agrarexpertin. Sie begleitet seit vielen Jahren gemeinsam mit SEI SO FREI ehemals landlose und indigene Kleinbäuerinnen und -bauern im Kampf um ihre Rechte und die Sicherung ihrer Lebensgrundlage.

 

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In einwöchigen Kursen lernen die Bäuerinnen und Bauern, wie sie Maniok, Kakao und vieles mehr weiterverarbeiten können. Ihre Produkte können sie schließlich auf dem Markt und an Schulen verkaufen.

 

 

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