Dienstag 19. März 2019

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Ehrenzeichen der heiligen Rupert und Virgil für Sr. Margaretha Moises

Ehrenzeichen der heiligen Rupert und Virgil für Sr. Margaretha Moises


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Am Freitag, den 16.03.2012 bekam Sr. Margaretha Moises den Verdienstzeichen der Heiligen Rupert und Virgil in Großgold vom Bischof Alois Kothgasser verliehen.

Margaretha Moises feiert im März ihren 80.Geburtstag. Die gebürtige Österreicherin lebt seit beinahe 60 Jahren in Kolumbien. Unermüdlich und mit offenem Herzen ist sie im Einsatz für die Ärmsten. In dem vom jahrzehntelangen Bürgerkrieg gezeichneten südamerikanischen Land kämpft sie um Gerechtigkeit, Befreiung und Frieden. Für ihr Engagement wurde sie u.a. mit dem Romero-Preis der Katholischen Männerbewegung im Jahr 1998 ausgezeichnet.

 

„Wenn das Ehrenzeichen der Heiligen Rupert und Virgil in Großgold verliehen wird, dann ist dies eine sehr hohe kirchliche Auszeichnung und eine große Ehre für jene Person, die damit bedacht wird. In gleicher Weise ist es für die Teilkirche von Salzburg Ehre und Auszeichnung, wenn sie diese Ehrung einer verdienten Persönlichkeit aus dem Bereich der Erzdiözese zuteil werden lassen kann. Geehrt wird Margaretha Moises, die in diesem Monat ihren 80. Geburtstag feiert und zugleich auf 60 Jahre im Dienst für Gott an den Armen zurückblicken darf“, so Prälat Dr. Johann J. Reißmeier bei der Laudatio am 16.03.2012 im erzbischöflichen Palais der Erzdiözese Salzburg.

 

Erzbischof Kothgasser bezeichnete Margaretha Moises als Ermutigung und betonte wie wichtig es sei, "dass es Menschen gibt die den Mut haben in andere Kontinente zu gehen, in fremde Länder, zu anderen Kulturen und dort zu wirken wo wir am meisten hingehören bei den Armen.“

 

Sr. Margaretha Moises bedankte sich für die Auszeichnung: "Ohne die geistige Hilfe, das Gebet, und die Unterstützung die mir immer wieder begegnete, hätte ich nicht 60 Jahre wirken können. Ich möchte die Auszeichnung teilen: mit Gladys Daza, allen Mitarbeitern und allen Spendern und mit den Ärmsten in Kolumbien."

 

SEI SO FREI, die entwicklungspolitische Aktion der Katholischen Männerbewegung, unterstützt Sr. Margaretha Moises seit mehr als 40 Jahren bei ihrem Einsatz für die Armen.

 

 

Sabine Selinger in Nicaragua

 

Am Flussufer des Rio Matagalpa

unknownNicaragua – Ein Bericht der Horizont3000 Projektmitarbeiterin Sabine Selinger, der auch in einem Buch über die oberösterreichische EZA veröffentlicht werden wird.

Nach einem schwülen Arbeitstag sitze ich auf einer einfachen Holzbank vor dem Haus der Bauernkooperative, bei der ich in dieser Woche arbeite und blicke hinaus auf den Fluss. Die Sonne geht hinter den Bäumen unter, die Kühe schlendern gemächlich nach Hause und die Grillen haben ihr Abendkonzert angestimmt. Hier am Río Grande - dem geografischen Zentrum von Nicaragua - gibt es kein Telefon, keine Straße und kein Internet. Heute habe ich zusammen mit meiner einheimischen Kollegin den ersten Teil einer Workshoprunde zum Thema „Buchführung mit Hilfe des Computers" gehalten. Die 10 Teilnehmer waren anfangs sehr verunsichert im Umgang mit der neuen Technologie. Am Ende des Tages waren die Berührungsängste jedoch zum größten Teil zerstreut.

Das Projekt, in dem ich arbeite, zielt auf die Vermarktung lokaler Produkte ab - Kaffee und Kakao zum Beispiel. Den Bäuerinnen und Bauern soll außerdem der Zugang zum lokalen Markt erleichtert werden – dieser wiederum soll gestärkt werden. Durch diese Maßnahmen möchten wir eine Verbesserung der finanziellen Situation der Bauernfamilien im Projekt erreichen. Was bedeutet das konkret? Einerseits heißt das, der Bauernkooperative in Sachen Management und Organisation zur Seite zu stehen, und sie bei wichtigen Prozessen im Export von Biokakao nach Österreich zu begleiten. Andererseits sollen auch jene Bauernfamilien unterstützt werden, die sich selbständig machen wollen. Für unsere Begriffe sind diese Familienbetriebe sehr klein – man spricht hier von so genannten „Mikrounternehmen". Meine Rolle liegt hier vor allem in der Beratung in Bezug auf die Führung und die Verwaltung eines Kleinstbetriebs. Begleitend dazu bieten wir auch Finanzierungsmöglichkeiten an, die von den Familien gerne in Anspruch genommen werden.

Die Arbeit für HORIZONT3000 empfinde ich als ebenso abwechslungsreich wie anstrengend. Es gibt alle Hände voll zu tun und kein Tag gleicht dem anderen! Erst gestern haben wir eine Bäuerin zwei Stunden flussabwärts besucht – das Boot ist hier das übliche Transportmittel. Dort haben wir evaluiert, wie die Produktion ihrer Kakaobuttercremen und exquisiten Schokoladen vorangeht. Und morgen steht schon wieder eine Schulung mit zehn TeilnehmerInnen in der Hauptstadt Managua an. Für meinen Job in der EZA muss ich also eine ordentliche Portion Flexibilität und Anpassungsfähigkeit mitbringen. Nicht zu vergessen die Bereitschaft in einer fremden Kultur zu arbeiten und die Freude an langen Reisen und dem Leben aus dem Koffer. Das ländliche Nicaragua erinnert mich im Übrigen oft an meine Kindheit in Oberösterreich. Ähnlich wie auf der Geflügelzucht meiner Eltern, laufen auch hier die Hühner frei herum, ebenso Enten, Schweine und Kühe. Das Leben hier ist mir nicht fremd und die Tatsache, dass ich vom Land komme, erleichtert mir hier auf jeden Fall die Arbeit.

Die Sonne ist nur noch ein roter Strich am Horizont, der Fluss leuchtet schwarz herauf. Um den allabendlichen Moskito-Attacken zu entgehen, habe ich mir inzwischen ein langärmeliges Hemd übergezogen. Die Entscheidung, auf Einsatz nach Nicaragua zu gehen war nicht einfach. Fast zwei Jahre ist das nun her. Heute sehe ich jeden Tag aufs Neue, dass es der richtige Entschluss war. Die Arbeit, die wir hier leisten, ist vielleicht nur ein kleiner Beitrag - aber ein Wertvoller! Mit diesen Gedanken schalte ich meine Taschenlampe ein und bereite mich für den morgigen Workshop vor.

 

Sabine Selinger

 

HORIZONT3000 ist Österreichs größte Organisation im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit. SEI SO FREI, die entwicklungspolitische Aktion der Katholischen Männerbewegung ist eine der bedeutendsten Trägerorganisationen und finanziert das Personalentsendeprogramm u.a. in Nicaragua.


Romero-Preisverleihung 2011 an Sr. Maria Pacis Vögel (Posthum)

Bereits zum 31. Mal wurde am Freitag, den 02. Dezember 2011, im Dornbirner Kulturhaus der Romero-Preis der Katholischen Männerbewegung verliehen.  Der  wichtigste Preis für Entwicklungspolitik in Österreich, der mit 10.000 Euro dotiert ist, wurde posthum an Sr. Maria Pacis Vögel für ihr 40-jähriges Engagement in Afrika vergeben.


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Romero-Preis 2011 (v.l.n.r): Landesrätin Schmid, Dr. Benno Elbs, Frau Maria Vögel, Sr. Ingeborg Müller, DI Dr. Leopold Wimmer, Herbert Nussbaumer

 

Herbert Nussbaumer, Obmann der KMBÖ Vorarlberg, begrüßte mehr als 500 Gäste im Dornbirner Kulturhaus. Dr. Benno Elbs, Administrator der Diözese Feldkirch, betonte bei der Verleihung: „Sr. Pacis Vögel hat eine Straße der Hoffnung gebaut und diese Straße ist für viele jungen Menschen  in Kenia ein Stern der Hoffnung geworden. Aus diesem Grunde spendete Dr. Elbs im Namen der Diözese Feldkirch 10.000 Euro für das Projekt „Stern der Hoffnung“ in Kenia.  DI Dr. Leopold Wimmer, Vorsitzender der KMÖ bestärkte die Wichtigkeit der Vorbildwirkung von Menschen wie Erzbischof Oscar Romero oder Sr. Pacis Vögel die unter Einsatz ihres Lebens den Armen eine Stimme gaben. Das Land Vorarlberg spendete auch 10.000 Euro für die Projekte von Sr. Pacis. Landesrätin Dr. Greti Schmid überreichte die Spende im Namen vom Landeshauptmann Dr. Herbert Sausgruber und unterstrich, wie wichtig solche Projekte sind: „ Ich möchte mich bei allen entwicklungspolitischen Initiativen in Vorarlberg bedanken, die sich für ihre Mitmenschen einsetzen“, so Schmid.

Im Gedenken an Sr. Vögel nahm die Generaloberin der Missionsschwestern vom Kostbaren Blut, Sr. Ingeborg Müller und die jüngere Schwester von Sr. Pacis, Frau Maria Pacis, den Romero-Preis beim Festakt entgegen und bedankten sich für die Spenden und Solidarität aus Österreich für die Projekte der Schwestern vom Kostbaren Blut in Kenia.


Sr. Maria Pacis Vögel: seit 1973 in Ostafrika

Sr. Maria Pacis (Irene) Vögel stammte aus Schwarzenberg im Bregenzerwald. 1957 trat sie bei den "Missionsschwestern vom Kostbaren Blut" in Wernberg ein und erhielt ihren Schwesternnamen Maria Pacis. 1973 wurde sie nach Kenia in Ostafrika gesandt. Als Missionarin war sie vor allem im Bildungsbereich tätig, hat in Schulen und Kinderheimen unterrichtet und diese auch zeitweise geleitet.


Von 1994 bis 2001 war Sr. Vögel Schuldirektorin der "Precious Blood Secondary School" in einem Slumgebiet am Rande Nairobis. Ab 2002 baute die Ordensfrau ebenfalls in der kenianischen Hauptstadt eine Volksschule für 200 Straßenkinder auf. In ihren letzten Lebensjahren kümmerte sich Sr. Vögel um das Waisenhaus "Star of Hope Children's Home" in der kenianischen Stadt Juja, in dem missbrauchte und vernachlässigte Kinder ein neues Zuhause finden.

Brücke zwischen Kenia und Österreich


Umrahmt wurde die Verleihung von Musik und Gesang aus Afrika und Österreich. Der eingeflogene „Precious Blood“ Chor aus Nairobi und der  Chor der HLW Rankweil traten gemeinsam auf: 40 Mädchen sangen „We are the World“ als Zeichen der Solidarität zwischen Österreich und Kenia.

Österreichische Bischöfe fordern mehr Geld für Entwicklungshilfe

Wortlaut der Presseerklärungen der Herbstvollversammlung der Österreichischen Bischofskonferenz vom 7. bis 10. November 2011 in Salzburg

Hilfe für die Ärmsten

Die aktuelle Hungerkatastrophe am Horn von Afrika erinnert daran, wie groß die Not im Dürregebiet von Somalia, Kenia und Äthiopien, aber auch in anderen Teilen der Welt ist. Bei aller berechtigten Sorge um geordnete staatliche Haushalte und die Lösung der kritischen Situation im weltweiten Finanzbereich darf auf die Ärmsten der Armen nicht vergessen werden. Entwicklungszusammenarbeit muss eine zentrale politische Aufgabe bleiben, um Armut und Hunger zu bekämpfen. Die Kürzungen der Mittel für die Entwicklungszusammenarbeit sind daher beschämend für ein nach wie vor sehr reiches Land wie Österreich. Umso erfreulicher ist der Umstand, dass die österreichischen Spenderinnen und Spender immer wieder ihre Solidarität mit den Ärmsten beweisen: Mit einer Rekordsumme von fast 100 Millionen Euro konnten im vergangenen Jahr kirchliche Organisationen über 4000 Projekte unterstützen und damit rasche und umfassende Hilfe leisten. Daraus leitet sich ein Auftrag an den Staat ab, auch seinen Teil zur Entwicklungszusammenarbeit beizutragen.

Die Österreichischen Bischöfe appellieren daher an die Bundesregierung, die Kürzungen der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit im Budget 2012 zurückzunehmen und zusätzliche Mittel für den Auslandskatastrophenfonds bereitzustellen. Erneut setzen sich die Bischöfe dafür ein, die Entwicklungszusammenarbeit gesetzlich abzusichern und einen verbindlichen Stufenplan zur Erhöhung der finanziellen Mittel festzulegen. Österreich hat sich mehrfach sowohl international auf UN- und EU-Ebene als auch national auf Regierungsebene zu einer Anhebung seiner Mittel für die Entwicklungszusammenarbeit auf 0,7% des Bruttonationaleinkommens bekannt.

In diesem Zusammenhang braucht es genügend Geld und bessere Rahmenbedingungen für den Einsatz von Entwicklungshelfern. Der Einsatz von Fachkräften aus Österreich und Europa hat sich in den letzten 50 Jahren als wirksames Instrument der Entwicklungszusammenarbeit erwiesen. Heute ist "HORIZONT3000" die einzige österreichische Organisation, die den Fachkräfteeinsatz professionell als Aufgabenbereich führt. Die geltenden staatlichen Rahmenbedingungen sollen so geändert werden, dass Personaleinsätze auch in kirchlichen Schwerpunktregionen besser möglich sind.

"Belo-Monte" wird nicht gebaut

 

Der drittgrößte Stausee der Welt sollte im brasilianischen Amazonas-Becken mit dem Bau des Belo-Monte-Staudamms entstehen. Die Proteste gegen das enorme Bauprojekt waren enorm.


Das Baukonsortium Norte Energie dürfe keine Infrastrukturmaßnahmen vornehmen, die den natürlichen Fluss des Xingu-Flusses und damit den Fischbestand und das Fischen der Ureinwohner beeinträchtigen, so das brasilianische Urteil. Eine Kanalumleitung für den Staudamm würde das Wasservolumen des Xingu, eines Seitenflusses des Amazonas, erheblich reduzieren und den Fischfang erschweren bzw. unmöglich machen.

 

Elf Prozent des Strombedarfs

Für die brasilianische Regierung ist das elf Mrd. Dollar (8,1 Mrd. Euro) teure Projekt zentral für die nationale Energieproduktion. Er sollte ab 2015 bereits elf Prozent des landesweiten Strombedarfs decken. Der Staudamm wäre auf eine Stromleistung von 11.000 Megawatt ausgelegt. Noch höhere Leistungen erbringen derzeit der ebenfalls brasilianische Itaipu-Stausee mit 14.000 Megawatt und der Dreischluchtenstausee in China mit 18.000 Megawatt.

Protestierende Ureinwohner des Amazonas

 

Die Kraftwerkspläne hatten im Frühjahr sogar zu Spannungen zwischen der brasilianischen Regierung und der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) geführt. Deren Menschenrechtskommission hatte „zum Schutz der indigenen Bevölkerung“ eine sofortige Aussetzung des Genehmigungsverfahrens und der Bauarbeiten gefordert sowie Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung. Die Regierung bezeichnete die Forderungen als „voreilig und ungerechtfertigt“.

 

Auflagen nicht eingehalten

Erst im Juni hatte die brasilianische Umweltbehörde die endgültige Genehmigung für den Bau des Kraftwerks erteilt, da es Garantien für den Erhalt des Ökosystems und der Lebensgewohnheiten der Bevölkerung am Xingu-Fluss gebe. Das war dem Gericht, das nun den Baustopp anordnete, offenbar zu wenig.

Nur wenige Wochen vor der Entscheidung der Umweltbehörde hatte dieselbe Behörde in einem von brasilianischen Medien zitierten Bericht kritisiert, dass beim Bau des drittgrößten Staudamms der Welt die sozialen und Umweltschutzauflagen bis zu diesem Zeitpunkt größtenteils nicht eingehalten worden seien. Bei den Bauvorbereitungen seien bis April nur fünf der insgesamt 40 Auflagen erfüllt worden. Als einer der Hauptverstöße gegen die Auflagen wurde dem Bericht zufolge die mangelnde Vorbereitung auf den massiven Ansturm Tausender Wanderarbeiter für den Staudamm kritisiert.

 

500 Quadratkilometer überflutet

Für die Entschädigung der Ureinwohner waren bei Genehmigung des Projekts umgerechnet rund 570 Mio. Euro veranschlagt worden. Der Stausee hätte rund 500 Quadratkilometer Land überflutet. Die Bewegung Xingu Vivo ging davon aus, dass rund 20.000 Einwohner ihren Lebensraum verloren hätten. Andere Schätzungen gehen von 30.000 bis 40.000 Umsiedlungen aus. Umso intensiver waren die Proteste gegen das Projekt.

 

Prominente Gegner

Einer der engagiertesten Kämpfer gegen das Vorhaben war der aus Österreich stammende Bischof, Romero-Preisträger, Erwin Kräutler. Wie andere Kritiker sah er die Existenzgrundlage der dort lebenden Indios gefährdet.

Prominente Unterstützung erhielt die Protestbewegung aus Menschenrechtlern, Kirchenvertretern und Oppositionspolitikern mit dem Regisseur James Cameron und dem Sänger Sting. Cameron hatte gewarnt, die lokalen Stämme im Amazonas-Regenwald könnten Gewalt anwenden, um den Bau zu stoppen.

 

 

 

 

Romero-Preis 2011

 

unknown Die aus Vorarlberg stammende Afrika-Missionarin Sr. Maria Pacis Vögel wird posthum mit dem Romero-Preis 2011 ausgezeichnet. Die entwicklungspolitische Aktion SEI SO FREI der Katholischen Männerbewegung Österreichs (KMBÖ) würdigt damit den jahrzehntelangen Einsatz der Ordensfrau der Wernberger Missionsschwestern zur Verbesserung der Lebenssituation von Kindern und Jugendlichen in Kenia und Tansania. Sr. Vögel war am 2. November 2010 nach kurzer Krankheit in Kenias Hauptstadt Nairobi, genau an ihrem 79. Geburtstag, verstorben.

Der mit 10.000 Euro dotierte Romero-Preis ist Österreichs bedeutendste Auszeichnung für herausragende Leistungen in der Entwicklungszusammenarbeit. In Würdigung des 1980 ermordeten Erzbischofs Oscar Arnulfo Romero von San Salvador wird er jährlich an Personen vergeben, die sich in besonderer Weise für Gerechtigkeit, Menschenrechte und Entwicklung in Ländern des "Südens" einsetzen.

 

Im Gedenken an Sr. Vögel wird die Provinzoberin der "Missionsschwestern vom Kostbaren Blut" im Kärntner Wernberg, Johanna Maria Wagner, den Romero-Preis bei einem Festakt am 2. Dezember im Kulturhaus Dornbirn entgegennehmen.

 

Seit 1973 in Ostafrika

 

Sr. Maria Pacis (Irene) Vögel stammte Schwarzenberg im Bregenzerwald. 1957 trat sie bei den "Missionsschwestern vom Kostbaren Blut" in Wernberg ein und erhielt ihren Schwesternnamen Maria Pacis. 1973 wurde sie nach Kenia in Ostafrika gesandt. Als Missionarin war sie vor allem im Bildungsbereich tätig, hat in Schulen und Kinderheimen unterrichtet und diese auch zeitweise geleitet.

 

Von 1994 bis 2001 war Sr. Vögel Schuldirektorin der "Precious Blood Secondary School" in einem Slumgebiet am Rande Nairobis. Ab 2002 baute die Ordensfrau ebenfalls in der kenianischen Hauptstadt eine Volksschule für 200 Straßenkinder auf. Die Kinder können sich dort in geregelten Verhältnissen neu zurechtfinden. Zusätzlich zum Schulunterricht lernen die Kinder auch praktische Dinge wie den Anbau von Gemüse.


In ihren letzten Lebensjahren kümmerte sich Sr. Vögel um das Waisenhaus "Star of Hope Children's Home" (Stern der Hoffnung) in der kenianischen Stadt Juja, in dem missbrauchte und vernachlässigte Kinder ein neues Zuhause finden. Das Zentrum umfasst ein Kinderheim, einen Kindergarten, eine Volksschule und eine Landwirtschaft.

 

Link zur Preisverleihung

Kirche fordert von Politik mehr Geld für Entwicklungshilfe


Wien (KAP)- Mehr als 4.000 Projekte in insgesamt 118 Ländern mit einem Gesamtvolumen von 98,4 Millionen Euro konnten kirchliche Hilfsorganisationen im Vorjahr unterstützen. Noch nie konnten Projekte mit einem solchen Gesamtvolumen unterstützt werden. Das sei vor allem durch Spendengelder möglich geworden, berichteten Vertreter der Koordinationsstelle der Bischofskonferenz (KOO) bei einer gemeinsamen Pressekonferenz am Freitag in Wien. Gleichzeitig forderten sie von der Politik eindringlich eine deutliche Steigerung der Budgetmittel für Entwicklungszusammenarbeit (EZA) und humanitäre Hilfe.

Aufgeschlüsselt auf die Mittelherkunft teile sich die Summe von rund 98,4 Millionen Euro auf eine Eigenleistung der kirchlichen Hilfsorganisationen - die vereinfacht erklärt mit Spendengeldern gleichzusetzen ist - von rund 85 Millionen Euro sowie rund 13,4 Millionen Euro an öffentlichen Mitteln auf, erläuterte der KOO-Geschäftsführer Heinz Hödl. Die öffentlichen Mitteln setzen sich aus Mitteln des Staates von etwa 8,5 Millionen Euro zusammen, der Rest stammt von Seiten der EU bzw. anderen Quellen.

 

Diese "Rekordsumme" von 2010 sei auch eine Folge der Not im "Jahr der Katastrophen 2010", u. a. mit dem Erdbeben in Haiti und der Flut in Pakistan, sagte der Linzer Diözesanbischof Ludwig Schwarz: "So sehr das Ausmaß der Katastrophen bestürzt, so sehr ist die enorme Solidarität auch ein Grund zur Freude."

 

Das "starke Signal der Mitmenschlichkeit", das Tausende österreichische Privatpersonen durch ihre Spendenbereitschaft setzten, "steht in einem dramatischen Gegensatz zur Untätigkeit des offiziellen Österreich", betonte der Bischof: "Wir fordern die politischen Verantwortlichen der Regierung dazu auf, sich ein Beispiel an der Bevölkerung zu nehmen und endlich einen angemessenen Beitrag zur weltweiten Bekämpfung von Armut und Hunger zu leisten."

 

"Österreich ist von den Geberländern jenes Land, das am meisten bei der Hilfe in den Entwicklungsländern spart. Das ist angesichts der Not ein Skandal", kritisierte KOO-Geschäftsführer Heinz Hödl. "Die hohe Spendenbereitschaft der Österreicher beweist, dass das Anliegen angenommen wird und dass sie bereit sind für Solidarität." So sei es "unverständlich, dass die österreichische Regierung keinen angemessenen Beitrag leistet".

 

"Wir fordern von der Bundesregierung, dass die internationale Armutsbekämpfung als Aufgabe der gesamten Bundesregierung gesehen wird", betonte Hödl. Weiters fordere man die Rücknahme der Kürzungen der bilateralen EZA im Budget 2012, die Revision des bis 2014 geplanten Sparbudgets der Austrian Development Agency (ADA), eine gesetzliche Absicherung und einen verbindlichen Stufenplan für die Ausweitung der österreichischen Hilfe. Wenn dieses Versprechen nicht bald eingelöst werde, "ist die Glaubwürdigkeit und der Anstand der Regierung in Gefahr", so Hödl.

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