Mittwoch 18. Oktober 2017

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NGOs fordern Trendwende bei Finanzierung der Entwicklungshilfe


Wien (KAP) - Eine Trendwende bei der Finanzierung der österreichischen Entwicklungshilfe fordern SEI SO FREI, die Caritas, "AG Globale Verantwortung" und die Koordinierungsstelle der Österreichischen Bischofskonferenz für Entwicklung und Mission (KOO). 

Die AG Globale Verantwortung, Caritas Österreich und die KOO präsentierten am Donnerstag, 20.05.2011 in Wien den "AidWatch Report 2011"; der Bericht vergleicht die Ausgaben der EU-Staaten für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe. Österreich findet sich dabei in einer Gruppe mit EU-Schlusslichtern wie Griechenland, Portugal, Italien und den wirtschaftlich deutlich schwächeren Ländern Osteuropas. Bei der konkreten Projekthilfe - sie wird mit dem am Mittwoch im Nationalrat beschlossenen Budgetfahrplan bis 2014 um ein Drittel gekürzt - liegt Österreich schon jetzt an letzter Stelle der "EU 15".

 

Österreichs Entwicklungspolitik gebe ein "blamables Bild" ab, sagte Caritas-Präsident Franz Küberl bei der Präsentation des Berichts. Er forderte einen strukturellen "Totalumbau" der Entwicklungshilfe. Alle staatlichen EZA-Gelder aus verschiedensten Ministerien sollten in einem "Fonds für Entwicklung und humanitäre Hilfe" zusammengefasst werden. Küberl schlug zudem vor, die Hälfte der Flugticketabgabe zur Rücknahme der Einsparungen und die Erhöhung der EZA-Ausgaben zu verwenden: "Die Kürzungen und der Reformunwille in diesem Bereich gehen auf Kosten tausender Not leidender Menschen."

 

Insgesamt 905 Millionen Euro oder 0,32 Prozent vom Bruttonationaleinkommen (BNE) hat Österreich 2010 im Rahmen der für internationale Statistiken anrechenbaren öffentlichen Entwicklungshilfe (Official Development Assistance, ODA) ausgegeben. Gegenüber 2009 (0,30 Prozent vom BNE) bedeutet das zwar eine leichte Steigerung; das Ziel 0,51 Prozent vom BNE für Entwicklungshilfe auszugeben, hat Österreich aber klar verfehlt.

 

Spezielle Kritik bei den NGOs lösen die von der Regierung angeordneten Budgetkürzungen bei der "Austrian Development Agency" (ADA) aus. Die Agentur setzt im Auftrag des Außenministeriums die konkrete Projekthilfe und Entwicklungsprogramme in der "Dritten Welt" um und kooperiert dabei mit öffentlichen Einrichtungen, NGOs und Unternehmen. Das ADA-Budget wurde nun um ein Drittel, von rund 100 Millionen Euro im Jahr 2010 auf 65 Millionen Euro im Jahr 2014, gekürzt. Der Anteil der "gestaltbare Entwicklungshilfe" Österreichs, die neben Schuldentilgungen oder Beiträgen zu internationalen Finanzinstitutionen (Weltbank, IWF) ohnehin nur einen kleinen Teil der gesamten ODA-Ausgaben ausmacht, sinkt damit weiter.

 

"Das Außenministerium hat von 2010 auf 2011 zehn Millionen Euro bei der direkten Projekthilfe eingespart", stellte Küberl bei der Pressekonferenz einen Vergleich an. Im gleichen Zeitraum sei das Budget der Außenbeamten für Übersiedlungen, Ausstattungskosten und Wohnausgaben um sieben Millionen Euro erhöht worden. Küberl: "Ich verstehe einfach nicht, warum in einem 70-Milliarden-Haushalt nicht zehn Millionen Euro für die Entwicklungszusammenarbeit zu finden sind."

 

Langfristige Hilfe in Gefahr

 

"Langfristig wirksame Hilfsprogramme sind massiv gefährdet", betonte KOO-Geschäftsführer Heinz Hödl. Notwendig sei eine echte Trendwende bei der Dotierung der Entwicklungszusammenarbeit, so Hödl. Österreich müsse sich gesetzlich zur Erhöhung der Entwicklungshilfe auf 0,7 Prozent des BNE bis 2015 verpflichten. Von der Regierung forderte Hödl zudem mehr Einsatz im Kampf gegen Steueroasen und die Einführung der Finanztransaktionssteuer auf europäischer Ebene.

 

Österreichs Bevölkerung unterstütze die Entwicklungshilfe, betonte der KOO-Geschäftsführer. Drei von vier Österreichern seien laut Eurobarometerumfrage für die Beteiligung des Landes an Entwicklungshilfe. Darüber hinaus engagierten sich "zigtausende" Menschen in Pfarren und Vereinen für die EZA. "Private Organisationen stellen jährlich rund 100 Millionen Euro für Projekte zur Verfügung", betonte Hödl.

 

Politische Interessen vor Armutsbekämpfung


Insgesamt zeigt der "AidWatch"-Bericht, dass die EU-Staaten ihre Ziele bei der Finanzierung der Entwicklungshilfe klar verfehlt haben. Statt der angestrebten 0,56 Prozent der europäischen Wirtschaftsleistung wurden 2010 nur 0,43 Prozent geleistet. "Diese Lücke entspricht 15 Milliarden Euro, die Europa den Ländern der Dritten Welt vorenthält und die nicht in Gesundheit oder Bildung in armen Ländern investiert werden", betonte Petra Navara vom NGO-Dachverband "AG Globale Verantwortung".

 

Eine genaue Analyse der Daten zeige auch, dass die Entwicklungshilfegelder der EU statt dem eigentlichen Ziel der Armutsbekämpfung immer mehr den außenpolitischen Zielen der einzelnen Mitgliedsländer dienen, berichtete Navara. Ein Trend, der auch in Österreich sichtbar sei, so die Entwicklungsexpertin: "Die Entwicklungszusammenarbeit wird zunehmend von anderen Politikbereichen instrumentalisiert. Auf der Strecke bleiben jene, die internationale Hilfe zum Überleben brauchen."

 

Keine frohen Ostern für die Österreichische Entwicklungshilfe

 

Kirchen und Hilfsorganisationen besorgt: prolongiert Bundesregierung Kürzungen bei den Ärmsten?

 

Wien (KAP) - Die Bundesregierung wird voraussichtlich beim Ministerrat am 27.4.2011 das Budget 2012 sowie den Finanzrahmen für die nächsten Jahre fixieren. Die im Herbst 2011 beschlossenen Kürzungen der Entwicklungshilfe-Mittel drohen fortgeschrieben, ja verschärft zu werden. Die großen christlichen Glaubensgemeinschaften und eine Vielzahl von Organisationen für Entwicklungszusammenarbeit und Humanitäre Hilfe richten daher einen dringenden „Osterappell“ an die Bundesregierung, die EZA-Kürzungen zurückzunehmen und zumindest die eingegangenen internationalen Verpflichtungen einzuhalten.

 

Für den katholischen Bischof Ludwig Schwarz, den evangelischen Bischof Michael Bünker und Petra Navara-Unterluggauer vom Dachverband ‚Globale Verantwortung’ ist der Budgetbeschluss auch eine „Nagelprobe“ dafür, ob Josef Prölls politischer Erneuerungs-Appell erhört wurde. Sie fordern die Regierung auf, Österreichs Entwicklungspolitik aufzuwerten: „Herr Bundeskanzler Faymann, Frau Bundesminister Fekter und Herr Vizekanzler und Außenminister Spindelegger, die zunehmenden Krisen auf der Welt erfordern eine zeitgemäße Antwort. Reißen Sie das Ruder herum! Österreich darf nicht das beschämende Entwicklungshilfe-Schlusslicht Europas bleiben!“

 

Schulterschluss aller Kräfte

 

Referatsbischof Dr. Ludwig Schwarz SDB bringt es auf den Punkt: „Wir Kirchen sind überzeugt, dass es einen Schulterschluss aller Kräfte braucht, um die Entwicklung in Afrika, Lateinamerika und Asien zu unterstützen und laden alle ein, sich zu beteiligen. Internationales Engagement für Frieden durch Entwicklung heute, sichert auch unsere Zukunft!

Friede und Sicherheit sind Chefsache, besonders möchte ich daher Bundeskanzler Faymann und Vizekanzler Spindelegger dazu einladen, mit gutem Beispiel - für Anstand und gegen Stillstand -  voranzugehen. Sie können für einen neuen, nachhaltigen und ehrlichen Stil sorgen und konsequent die notwendigen Ressourcen zur Verfügung stellen.“

 

Gemeinsam Probleme lösen für die „Eine Welt“

 

Dr. Michael Bünker, Bischof der Evangelischen Kirche A.B. in Österreich und  Vorsitzender des Evangelischen Oberkirchenrates A.u.H.B. in Österreich ist überzeugt: „Um uns nicht vor Flüchtlingsströmen nach Europa fürchten zu müssen, müssen wir uns vielmehr die Frage stellen, was wir ganz konkret dazu beitragen können, dass die Menschen – aktuell aus Nordafrika – in ihrer Heimat bleiben können, denn dort kämpfen viele Menschen ums Überleben und schließlich auch für unsere Werte: für Freiheit, für Gleichheit, für Menschenrechte.

Theologisch reden wir von "Ökumene", in der Wirtschaft von "Globalisierung". Der eine Begriff ist meist positiv besetzt, der andere oft negativ. Beiden ist gemeinsam, dass es EINE Welt ist, in der wir leben. Wir können uns nicht in Österreich abschotten und so tun, als ob durch Einsparen von ein paar Prozentsätzen bei der Humanitären Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit Probleme gelöst werden könnten. Vielmehr ist das Gegenteil ist der Fall: Probleme werden dadurch geschaffen.“

 

Entwicklungszusammenarbeit gesetzlich festzuschreiben

 

Und Petra Navara, Geschäftsführerin der AG Globale Verantwortung, setzt hinzu: „Obwohl Österreich sich formal für Sicherheit und Menschenrechte für alle WeltbürgerInnen „einsetzt“,  und obwohl sich jedes Jahr im Rahmen der Budgetplanung die Chance bietet, der Vision von einer gerechteren Welt näher zu kommen, halten Österreichs Regierungen, es für vertretbar jedes Jahr weniger in die Bekämpfung von Armut und Hunger, in die Gewährleistung von Gesundheitsvorsorge und Bildung, in den Ausgleich sozialer Ungerechtigkeit zu investieren.“

Die AG Globale Verantwortung  appelliert an diese Regierung, endlich Österreichs Entwicklungszusammenarbeit gesetzlich festzuschreiben und einen verbindlichen Stufenplan zur Erreichung der 0,7% des BNE zu verabschieden. Sie ergänzt, die Mittel seien vorhanden: „Österreich ist reich. Es geht lediglich um die Einsicht und den politischen Willen zu einer gerechten Umverteilung,“  so Navara.

 

 

2010 war ein "Fairtrade"-Rekordjahr

Wien (KAP) 2010 war trotz der immer noch angespannten wirtschaftlichen Lage ein Rekordjahr für den fairen Handel: Der Umsatz von "Fairtrade Österreich" stieg im Vorjahr um 21 Prozent auf rund 87 Millionen Euro an, berichtete Geschäftsführer Hartwig Kirner bei der Jahresbilanz-Pressekonferenz am Mittwoch im Wiener "Sofitel". Die größten Steigerungen wurden dabei bei Blumen (plus 99 Prozent), Fruchtsäften (+21) und Kaffee (+20) erzielt. "Starprodukt" sind nach wie vor Bananen: Laut Kirner ist jede fünfte hierzulande verkaufte Frucht eine "Fairtrade"-Banane. Und mit der Firma "Pfanner" weise Österreich den mittlerweile weltweit größten Anbieter an Fruchtsäften auf, der sich die sozial und ökologisch nachhaltigen Produktionsbedingungen mit dem "Fairtrade"-Siegel zertifizieren lässt.

Zweistellige Zuwächse erwartet Kirner auch für das Jahr 2011. Vor allem der Marktanteil von "Fairtrade"-Kaffee, -Kakao oder -Schokolade (jeweils zwischen 3 und 5 Prozent) erscheine durchaus noch ausbaufähig. Positiv entwickle sich auch die Warengruppe Baumwollprodukte mit "fairer" Kleidung bzw. Bettwäsche und Decken, auch Eis der Sorte "Ben & Jerrys" werde immer beliebter. Die Preisdifferenz zu herkömmlichen Produkten hat sich laut Kirner zuletzt verringert. Bei Bananen gebe es kaum mehr Unterschiede, bei Kaffee lägen diese vor allem an der besseren Qualität der "Fairtrade"-Sorten. Kirner: "Mit unserem Kaufverhalten entscheiden wir täglich nicht nur, welche Produkte am Markt bleiben und welche nicht, wir können damit auch aktiv etwas für bessere Arbeitsbedingungen und für die Umwelt tun."

 

Kromp-Kolb für Nachhaltigkeit und Verzicht

 

Klimaforscherin Helga Kromp-Kolb unterstrich als Gast der Pressekonferenz, dass "günstig" beim Kauf von "Fairtrade"-Produkten auch nach dem Kriterium Nachhaltigkeit - "ich sage immer: Zukunftsfähigkeit" - beurteilt werden müsse. Objektiv gesehen seien die Preise so gestaltet, dass sie für die allermeisten Österreicher leistbar sind. Neben Solidarität legte Kromp-Kolb den Konsumenten auch Verzicht nahe: "Wenn ich Fruchtsaft kaufe, dann ein 'Fairtrade'-Produkt. Aber oft tut es Wasser auch."

 

Die "Fairtrade"-Idee kann laut der renommierten Metereologin ein kleiner Baustein zu einer positiven Entwicklung einer von Klimawandel und Ernährungsunsicherheit bedrohten Welt sein. In manchen Teilen der Welt gebe es aufgrund der exponenziell ansteigenden Erderwärmung und der damit verbundenen Wetterkapriolen bereits Einbußen bei der Nahrungsmittelproduktion. Betroffen seien meist Kleinbauern im "Süden", die sich Lagerung oder Risikovorsorge nicht leisten könnten.

 

Klimawandel zerstört Anbauflächen

 

Rüdiger Meyer, Geschäftsführer der "FLO-CERT GmbH", informierte über ein neues "Fairtrade"-Dienstleistungspaket, das sowohl den CO2-Fußabdruck bei der Produktion in den Entwicklungsländern als auch betriebs- bzw. transportbedingte Emissionen berechnet. Neben den Konsumenten setzt Meyer auch auf die Industrie beim mittelfristigen Umstieg auf Nachhaltigkeit: Einer Studie der US-Handelskette "Walmart" zufolge drohen Rückgänge in der Produktion von Kaffee und Kakao und damit Versorgungsengpässe, wenn der Klimawandel Anbauflächen weiterhin ungebremst unfruchtbar macht.

 

Weltweit gibt es laut Meyer derzeit 1,2 Millionen in Kooperativen zusammenarbeitende "Fairtrade"-Produzenten - um rund zehn Prozent mehr als im Jahr davor. Die wegen der Weltwirtschaftskrise bedingte Abflachung der Zuwachskurve werde sich heuer auf ein Plus von etwa 20 Prozent zu bewegen, prognostizierte der deutsche Experte für fairen Handel.

 

Um die Philosophie von "Fairtrade" zu veranschaulichen, hat die Österreich-Dependance jetzt einen Kurzfilm produziert, der via Internet und auch TV um neue Kunden und Unterstützer werben soll. Lanciert wird der Film im Zuge der Mitte April beginnenden "Fairtrade-Wochen".


In der Führung von "Fairtrade Österreich" gibt es eine starke kirchliche Präsenz. Trägerorganisationen sind u.a. die Entwicklungsorganisation "Horizont 3000", die Katholische Männerbewegung (SEI SO FREI) und der Wiener Katholische Familienverband.

 

Weitere Informationen: Beitrag im ORF und Fairtrade-Website

Weltwassertag: In Burkina Faso bringen Brunnen Zukunft

unknownZu neuen Maßnahmen im Kampf gegen Wassermangel hat SEI SO FREI  aufgerufen. "Sei so frei" unterstützt u. a. Menschen in Burkina Faso mit Brunnenbauten. Wasser sei dort ein "Schatz aus dem Himmel", hieß es in einer Aussendung der Aktion anlässlich des internationalen Weltwassertags am Dienstag (22. März).

 

Mehr als 20.000 Menschen haben bisher in der Region Diapaga von den Brunnenbauten profitiert, vor allem Frauen, denn sie tragen dort nach wie vor die Hauptlast der Haushaltsführung. Sie seien zuständig für das Sammeln von Holz, das Versorgen der Kinder bis hin zum Herbeischaffen von Wasser. Dazu müssen sie bis zu sieben Kilometer bis zur nächsten Wasserstelle zurücklegen.

 

Einen Brunnen in der Nähe zu haben, erleichtere aber nicht nur die Arbeit, sondern verbessere auch Gesundheit und Lebensqualität der Dorfbewohner, berichtete Projektreferent Markus Fröhlich: denn seit in der Region Brunnen gebaut werden, kann Gemüse angepflanzt werden. Die positiven Auswirkungen: Ernährungsmängel gingen zurück und die Frauen erhielten erstmals ein kleines Einkommen.

 

"Schatz, der aus dem Himmel fällt"

 

Dabei hat die Region mit klimatischen Veränderungen zu kämpfen. Die Niederschläge gehen zurück, die Temperaturen steigen. Dürreperioden dauern länger und die Regenzeit muss maximal genutzt werden. Dementsprechend müssen die Brunnen in nur drei bis vier Tagen vollgefüllt werden "und dann muss der Brunnen wie ein Schatz behandelt werden, denn erst in acht bis neun Monaten fällt wieder Wasser aus dem Himmel", hieß es in der Aussendung von SEI SO FREI. Um zu gewährleisten, dass die Brunnen über Jahre hinweg Wasser geben, müssten Dämme errichtet werden.

 

"Wenn es für die Menschen auf dem Land erst einmal wieder Lebens- und Zukunftsperspektiven gibt, kann die Abwanderung der jungen Leute in die Städte gebremst werden", so Fröhlich. Denn ihre Zukunftschancen in den Slums der Städte seien noch viel trister. Neben den Brunnen gibt in der Region Diapaga auch das Zentrum "Tin Sedi" den Dorfbewohnern eine Perspektive: Dort erhalten sie Informationen über Ackerbau, Düngeraufbereitung, Viehzucht und Brunnenbau bis hin zu Hauswirtschaft, Hygiene, Gesundheit und Ernährung.

Interview mit Toni Innauer


Toni Innauer. Mit 22 Jahren gewann er olympisches Gold. Er war der erste Skispringer, der fünfmal die Note 20 erhielt. Toni Innauer weiß, wie wichtig der Sport für die Jugend ist. Luis Cordero, Pressereferent von SEI SO FREI, traf ex-ÖSV-Direktor und Skisprunglegende Innauer auf dem Bergisel in Innsbruck.

SEI SO FREI führt Projekte mit Schwerpunkt Sport in Guatemala und anderen Ländern durch. Wie finden Sie dies?

 

Die Sportprojekte in Guatemala sind das beste Beispiel für eine nachhaltige Entwicklung. Sport kann nicht die wichtigste Ausbildung im Leben sein, aber Sport vermittelt Grundprinzipien und die Möglichkeit, positive soziale Kontakte zu knüpfen. Diese Kontakte können sehr wertvolle Erfahrungen für junge Menschen bieten, sie loyaler, freundlicher machen. Im Sport muss man lernen, Regeln zu respektieren, man lernt ein guter Verlierer zu sein. Es ist auch etwas sehr Attraktives für junge Menschen. Wir sind nicht nur Gehirn oder Erziehung. Bewegung und ein gesunder Körper sind sehr wichtig. Man soll Sport nicht unterschätzen. Im Gegenteil: Gibt es eine Überbetonung von Rationalität und intellektuellen Fähigkeiten, kann das dazu führen, dass die Menschen ihre Spontaneität und Natürlichkeit verlieren.

Sport ist für jeden Menschen ergänzend und ausgleichend. Welche Rolle spielt der Sport in Ihrem Leben?


Ich habe das Skigymnasium in Stams besucht und hatte das große Glück, einen großen Mentor, den ehemaligen ÖSV-Trainer Baldur Preiml, und die besten Bedingungen für den Sport zu haben. Nach meiner Sportkarriere habe ich studiert, und das hat mir eine Perspektive eröffnet, die es ohne Sport nicht gegeben hätte.

Was verbinden Sie mit unserem Namen SEI SO FREI?


SEI SO FREI ist eine sympathische und engagierte Bewegung, die verstanden hat, dass es uns hier in Österreich sehr gut geht und wir mit unserem Wissen und unserem Wohlstand dem Nächsten in anderen Ländern helfen können. Und zwar nicht nur helfen, indem wir jetzt spenden und dann brauchen wir nicht mehr daran zu denken; sondern indem sie wirkliche Hilfe zur Selbsthilfe anbietet. Das verbindet mich mit SEI SO FREI und dem Projekt in Guatemala, zu dem ich einen persönlichen Kontakt durch den verstorbenen Lehrer der österreichischen Schule Klaus Broger habe. Deswegen habe ich mich entschlossen, im kleinen Rahmen dieses Projekt mitzuunterstützen.

 

Link zu SEI SO FREI-Projekte in Guatemala.

Spende für SEI SO FREI in der Steiermark

 

 

unknownSpende für SEI SO FREI: bei der letzten Vorstandssitzung der Katholischen Männerbewegung Steiermark in Hausmannstätten überreichten Pfarrer Dr. Josef Wilfling und der geschäftsführende Vorsitzende des Pfarrgemeinderats, Manfred Kaufmann, einen Scheck über Euro 4.000,-- an  SEI SO FREI. Die Summe ist der Gesamt-Erlös des vergangenen Sommerfestes der Pfarre Hausmannstätten, den der Pfarrgemeinderat für die Arbeit von SEI SO FREI widmete.
Bei der Überreichung freuen sich (v.l.n.r.:)  Pfarrer Dr. Josef  Wilfling, Geschäftsführender Vorsitzender des PGR, Manfred Kaufmann, Peter Schlör, Josef Hubmann und Gerhard Schloffer (alle Aktion SEI SO FREI)

Steigende Nahrungsmittelpreise in Entwicklungsländern

 

 

unknownNahrungsmittelpreise klettern wieder in Rekordhöhen und übertreffen zum Teil schon die Werte von 2008. Eine Studie von UNICEF schreibt einen Großteil der Spekulation zu: 98% der Absicherungsgeschäfte dienten nur der Spekulation. Überwiegend Leidtragende sind Entwicklungsländer – v.a. Lateinamerika, Südasien und Zentralasien sind massiv betroffen. Die Armen haben dem wenig entgegenzusetzen: sie reagieren mit weniger Mahlzeiten, Kürzungen der Gesundheitsausgaben, Schuldenmachen und mehr Arbeit.  Sparprogramme der Regierungen einschließlich Kürzungen von Sozialleistungen und Preisstützungen verschärfen die Situation.

Es werden dringend internationale koordinierte Maßnahmen gefordert, die Kurzfristig KonsumentInnen unterstützen, langfristig muss die Agrarproduktion gesteigert und die Spekulation eingedämmt werden.

Mehr als hundert Organisationen haben die FinanzministerInnen der G20 anlässlich ihrer Zusammenkunft in einer Petition aufgefordert, Nahrungsmittelspekulation von Banken und Fonds zu beschränken.

Mehr Info: http://www.world-economy-and-development.org/wearchiv/042ae69e920bb3a19.php


Aufruf: http://www.weed-online.org/themen/4497032.html

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