Freitag 18. August 2017

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2010 war ein "Fairtrade"-Rekordjahr

Wien (KAP) 2010 war trotz der immer noch angespannten wirtschaftlichen Lage ein Rekordjahr für den fairen Handel: Der Umsatz von "Fairtrade Österreich" stieg im Vorjahr um 21 Prozent auf rund 87 Millionen Euro an, berichtete Geschäftsführer Hartwig Kirner bei der Jahresbilanz-Pressekonferenz am Mittwoch im Wiener "Sofitel". Die größten Steigerungen wurden dabei bei Blumen (plus 99 Prozent), Fruchtsäften (+21) und Kaffee (+20) erzielt. "Starprodukt" sind nach wie vor Bananen: Laut Kirner ist jede fünfte hierzulande verkaufte Frucht eine "Fairtrade"-Banane. Und mit der Firma "Pfanner" weise Österreich den mittlerweile weltweit größten Anbieter an Fruchtsäften auf, der sich die sozial und ökologisch nachhaltigen Produktionsbedingungen mit dem "Fairtrade"-Siegel zertifizieren lässt.

Zweistellige Zuwächse erwartet Kirner auch für das Jahr 2011. Vor allem der Marktanteil von "Fairtrade"-Kaffee, -Kakao oder -Schokolade (jeweils zwischen 3 und 5 Prozent) erscheine durchaus noch ausbaufähig. Positiv entwickle sich auch die Warengruppe Baumwollprodukte mit "fairer" Kleidung bzw. Bettwäsche und Decken, auch Eis der Sorte "Ben & Jerrys" werde immer beliebter. Die Preisdifferenz zu herkömmlichen Produkten hat sich laut Kirner zuletzt verringert. Bei Bananen gebe es kaum mehr Unterschiede, bei Kaffee lägen diese vor allem an der besseren Qualität der "Fairtrade"-Sorten. Kirner: "Mit unserem Kaufverhalten entscheiden wir täglich nicht nur, welche Produkte am Markt bleiben und welche nicht, wir können damit auch aktiv etwas für bessere Arbeitsbedingungen und für die Umwelt tun."

 

Kromp-Kolb für Nachhaltigkeit und Verzicht

 

Klimaforscherin Helga Kromp-Kolb unterstrich als Gast der Pressekonferenz, dass "günstig" beim Kauf von "Fairtrade"-Produkten auch nach dem Kriterium Nachhaltigkeit - "ich sage immer: Zukunftsfähigkeit" - beurteilt werden müsse. Objektiv gesehen seien die Preise so gestaltet, dass sie für die allermeisten Österreicher leistbar sind. Neben Solidarität legte Kromp-Kolb den Konsumenten auch Verzicht nahe: "Wenn ich Fruchtsaft kaufe, dann ein 'Fairtrade'-Produkt. Aber oft tut es Wasser auch."

 

Die "Fairtrade"-Idee kann laut der renommierten Metereologin ein kleiner Baustein zu einer positiven Entwicklung einer von Klimawandel und Ernährungsunsicherheit bedrohten Welt sein. In manchen Teilen der Welt gebe es aufgrund der exponenziell ansteigenden Erderwärmung und der damit verbundenen Wetterkapriolen bereits Einbußen bei der Nahrungsmittelproduktion. Betroffen seien meist Kleinbauern im "Süden", die sich Lagerung oder Risikovorsorge nicht leisten könnten.

 

Klimawandel zerstört Anbauflächen

 

Rüdiger Meyer, Geschäftsführer der "FLO-CERT GmbH", informierte über ein neues "Fairtrade"-Dienstleistungspaket, das sowohl den CO2-Fußabdruck bei der Produktion in den Entwicklungsländern als auch betriebs- bzw. transportbedingte Emissionen berechnet. Neben den Konsumenten setzt Meyer auch auf die Industrie beim mittelfristigen Umstieg auf Nachhaltigkeit: Einer Studie der US-Handelskette "Walmart" zufolge drohen Rückgänge in der Produktion von Kaffee und Kakao und damit Versorgungsengpässe, wenn der Klimawandel Anbauflächen weiterhin ungebremst unfruchtbar macht.

 

Weltweit gibt es laut Meyer derzeit 1,2 Millionen in Kooperativen zusammenarbeitende "Fairtrade"-Produzenten - um rund zehn Prozent mehr als im Jahr davor. Die wegen der Weltwirtschaftskrise bedingte Abflachung der Zuwachskurve werde sich heuer auf ein Plus von etwa 20 Prozent zu bewegen, prognostizierte der deutsche Experte für fairen Handel.

 

Um die Philosophie von "Fairtrade" zu veranschaulichen, hat die Österreich-Dependance jetzt einen Kurzfilm produziert, der via Internet und auch TV um neue Kunden und Unterstützer werben soll. Lanciert wird der Film im Zuge der Mitte April beginnenden "Fairtrade-Wochen".


In der Führung von "Fairtrade Österreich" gibt es eine starke kirchliche Präsenz. Trägerorganisationen sind u.a. die Entwicklungsorganisation "Horizont 3000", die Katholische Männerbewegung (SEI SO FREI) und der Wiener Katholische Familienverband.

 

Weitere Informationen: Beitrag im ORF und Fairtrade-Website

Weltwassertag: In Burkina Faso bringen Brunnen Zukunft

unknownZu neuen Maßnahmen im Kampf gegen Wassermangel hat SEI SO FREI  aufgerufen. "Sei so frei" unterstützt u. a. Menschen in Burkina Faso mit Brunnenbauten. Wasser sei dort ein "Schatz aus dem Himmel", hieß es in einer Aussendung der Aktion anlässlich des internationalen Weltwassertags am Dienstag (22. März).

 

Mehr als 20.000 Menschen haben bisher in der Region Diapaga von den Brunnenbauten profitiert, vor allem Frauen, denn sie tragen dort nach wie vor die Hauptlast der Haushaltsführung. Sie seien zuständig für das Sammeln von Holz, das Versorgen der Kinder bis hin zum Herbeischaffen von Wasser. Dazu müssen sie bis zu sieben Kilometer bis zur nächsten Wasserstelle zurücklegen.

 

Einen Brunnen in der Nähe zu haben, erleichtere aber nicht nur die Arbeit, sondern verbessere auch Gesundheit und Lebensqualität der Dorfbewohner, berichtete Projektreferent Markus Fröhlich: denn seit in der Region Brunnen gebaut werden, kann Gemüse angepflanzt werden. Die positiven Auswirkungen: Ernährungsmängel gingen zurück und die Frauen erhielten erstmals ein kleines Einkommen.

 

"Schatz, der aus dem Himmel fällt"

 

Dabei hat die Region mit klimatischen Veränderungen zu kämpfen. Die Niederschläge gehen zurück, die Temperaturen steigen. Dürreperioden dauern länger und die Regenzeit muss maximal genutzt werden. Dementsprechend müssen die Brunnen in nur drei bis vier Tagen vollgefüllt werden "und dann muss der Brunnen wie ein Schatz behandelt werden, denn erst in acht bis neun Monaten fällt wieder Wasser aus dem Himmel", hieß es in der Aussendung von SEI SO FREI. Um zu gewährleisten, dass die Brunnen über Jahre hinweg Wasser geben, müssten Dämme errichtet werden.

 

"Wenn es für die Menschen auf dem Land erst einmal wieder Lebens- und Zukunftsperspektiven gibt, kann die Abwanderung der jungen Leute in die Städte gebremst werden", so Fröhlich. Denn ihre Zukunftschancen in den Slums der Städte seien noch viel trister. Neben den Brunnen gibt in der Region Diapaga auch das Zentrum "Tin Sedi" den Dorfbewohnern eine Perspektive: Dort erhalten sie Informationen über Ackerbau, Düngeraufbereitung, Viehzucht und Brunnenbau bis hin zu Hauswirtschaft, Hygiene, Gesundheit und Ernährung.

Interview mit Toni Innauer


Toni Innauer. Mit 22 Jahren gewann er olympisches Gold. Er war der erste Skispringer, der fünfmal die Note 20 erhielt. Toni Innauer weiß, wie wichtig der Sport für die Jugend ist. Luis Cordero, Pressereferent von SEI SO FREI, traf ex-ÖSV-Direktor und Skisprunglegende Innauer auf dem Bergisel in Innsbruck.

SEI SO FREI führt Projekte mit Schwerpunkt Sport in Guatemala und anderen Ländern durch. Wie finden Sie dies?

 

Die Sportprojekte in Guatemala sind das beste Beispiel für eine nachhaltige Entwicklung. Sport kann nicht die wichtigste Ausbildung im Leben sein, aber Sport vermittelt Grundprinzipien und die Möglichkeit, positive soziale Kontakte zu knüpfen. Diese Kontakte können sehr wertvolle Erfahrungen für junge Menschen bieten, sie loyaler, freundlicher machen. Im Sport muss man lernen, Regeln zu respektieren, man lernt ein guter Verlierer zu sein. Es ist auch etwas sehr Attraktives für junge Menschen. Wir sind nicht nur Gehirn oder Erziehung. Bewegung und ein gesunder Körper sind sehr wichtig. Man soll Sport nicht unterschätzen. Im Gegenteil: Gibt es eine Überbetonung von Rationalität und intellektuellen Fähigkeiten, kann das dazu führen, dass die Menschen ihre Spontaneität und Natürlichkeit verlieren.

Sport ist für jeden Menschen ergänzend und ausgleichend. Welche Rolle spielt der Sport in Ihrem Leben?


Ich habe das Skigymnasium in Stams besucht und hatte das große Glück, einen großen Mentor, den ehemaligen ÖSV-Trainer Baldur Preiml, und die besten Bedingungen für den Sport zu haben. Nach meiner Sportkarriere habe ich studiert, und das hat mir eine Perspektive eröffnet, die es ohne Sport nicht gegeben hätte.

Was verbinden Sie mit unserem Namen SEI SO FREI?


SEI SO FREI ist eine sympathische und engagierte Bewegung, die verstanden hat, dass es uns hier in Österreich sehr gut geht und wir mit unserem Wissen und unserem Wohlstand dem Nächsten in anderen Ländern helfen können. Und zwar nicht nur helfen, indem wir jetzt spenden und dann brauchen wir nicht mehr daran zu denken; sondern indem sie wirkliche Hilfe zur Selbsthilfe anbietet. Das verbindet mich mit SEI SO FREI und dem Projekt in Guatemala, zu dem ich einen persönlichen Kontakt durch den verstorbenen Lehrer der österreichischen Schule Klaus Broger habe. Deswegen habe ich mich entschlossen, im kleinen Rahmen dieses Projekt mitzuunterstützen.

 

Link zu SEI SO FREI-Projekte in Guatemala.

Spende für SEI SO FREI in der Steiermark

 

 

unknownSpende für SEI SO FREI: bei der letzten Vorstandssitzung der Katholischen Männerbewegung Steiermark in Hausmannstätten überreichten Pfarrer Dr. Josef Wilfling und der geschäftsführende Vorsitzende des Pfarrgemeinderats, Manfred Kaufmann, einen Scheck über Euro 4.000,-- an  SEI SO FREI. Die Summe ist der Gesamt-Erlös des vergangenen Sommerfestes der Pfarre Hausmannstätten, den der Pfarrgemeinderat für die Arbeit von SEI SO FREI widmete.
Bei der Überreichung freuen sich (v.l.n.r.:)  Pfarrer Dr. Josef  Wilfling, Geschäftsführender Vorsitzender des PGR, Manfred Kaufmann, Peter Schlör, Josef Hubmann und Gerhard Schloffer (alle Aktion SEI SO FREI)

Steigende Nahrungsmittelpreise in Entwicklungsländern

 

 

unknownNahrungsmittelpreise klettern wieder in Rekordhöhen und übertreffen zum Teil schon die Werte von 2008. Eine Studie von UNICEF schreibt einen Großteil der Spekulation zu: 98% der Absicherungsgeschäfte dienten nur der Spekulation. Überwiegend Leidtragende sind Entwicklungsländer – v.a. Lateinamerika, Südasien und Zentralasien sind massiv betroffen. Die Armen haben dem wenig entgegenzusetzen: sie reagieren mit weniger Mahlzeiten, Kürzungen der Gesundheitsausgaben, Schuldenmachen und mehr Arbeit.  Sparprogramme der Regierungen einschließlich Kürzungen von Sozialleistungen und Preisstützungen verschärfen die Situation.

Es werden dringend internationale koordinierte Maßnahmen gefordert, die Kurzfristig KonsumentInnen unterstützen, langfristig muss die Agrarproduktion gesteigert und die Spekulation eingedämmt werden.

Mehr als hundert Organisationen haben die FinanzministerInnen der G20 anlässlich ihrer Zusammenkunft in einer Petition aufgefordert, Nahrungsmittelspekulation von Banken und Fonds zu beschränken.

Mehr Info: http://www.world-economy-and-development.org/wearchiv/042ae69e920bb3a19.php


Aufruf: http://www.weed-online.org/themen/4497032.html

Bischof Samuel Ruiz Garcia

Samuel Ruiz Garcia, ehemaliger Bischof von San Cristobal de Las Casas, ist tot. Seine sterbliche Hülle wurde in die Kathedrale von San Cristobal de Las Casas überführt; die Begräbnisfeier findet kommenden Mittwoch statt. Garcia leitete die Diözese im Krisen-Bundesstaat Chiapas von 1960 bis 2000. Er setzte sich besonders für die indigenen Ureinwohner ein. 1999 bekam er den Romero-Preis der Katholischen Männerbewegung verliehen.

Samuel Ruiz Garcia, am 11. November 1924 geboren, war auch Mitglied und zwischenzeitlich auch Vorsitzender der nationalen "Vermittlungskommission", die nach dem Aufstand für die Rechte der Indios in Chiapas zwischen der Zapatisten-Guerilla EZLN und der mexikanischen Regierung verhandelte. Wegen seines Eintretens zugunsten der Unterdrückten wurde der Bischof mehrfach für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen. Weiters erhielt er für sein Engagement zahlreiche Auszeichnungen, u. a. den Simon-Bolivar-Preis der UNESCO im Jahr 2000.


Bei seinem Einsatz für die Indios in der südmexikanischen Diözese gab es zeitweise erhebliche Spannungen mit dem Vatikan: Im Oktober 1993 legte die Nuntiatur in Mexiko Ruiz wegen theologischer Unstimmigkeiten und seiner seelsorglichen Praxis einen Rücktritt nahe; der Bischof lehnte dies ab. Daraufhin ernannte Rom einen Koadjutor. Es kam jedoch zu keinem Konflikt, sondern zu einer relativ harmonischen Doppelleitung.


Angesichts des dramatischen Priestermangels setzte Bischof Ruiz Garcia - von den Mayas zärtlich "Tatic Samuel" (Väterchen Samuel) genannt - auf ständige Diakone ("tu'uneles"). Die Kandidaten für den Diakonat wurden von Gemeindeversammlungen gewählt und sorgfältig ausgebildet. Bei der Weihe der Diakone bezog Bischof Ruiz Garcia auch die Ehefrauen der Kandidaten in den Ritus ein. Bis zu seinem altersbedingten Rücktritt im Frühjahr 2000 weihte "Tatic Samuel" mehr als hundert ständige Diakone.


 

SEI SO FREI auf Facebook

Ab sofort hat SEI SO FREI eine eigene Fanseite im sozialen Netzwerk Facebook. Der neue Auftritt  bietet eine Plattform für den Dialog rund um die entwicklungspolitische Aktion der Katholischen Männerbewegung. Fans können sich auf Filme, News und Informationen zu Projekten in Afrika und Lateinamerika freuen... mehr

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